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Erholt sich der Luchsbestand in Nordhessen?

Göttingen Erholt sich der Luchsbestand in Nordhessen?

Mit Fotofallen und Spürhunden soll festgestellt werden, ob in Nordhessen mehr Luchse leben. Göttinger Forscher untersuchen seit zwei Jahren den Bestand, der nach deren Angaben im Frühjahr 2016 aus höchstens noch drei Tieren bestand. Als Ursache wurde der Tod der Tiere durch Fuchsräude vermutet.

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Aufnahme mit der Fotofalle: Im Oktober streifte dieser Luchs durch den Wald am Meißner.

Quelle: r

Göttingen. Im kommenden Winter soll untersucht werden, ob sich der Bestand der Eurasischen Luchse in Nordhessen erholen konnte. Dafür setzen die Wissenschaftler weiterhin automatische Kameras, sogenannte Fotofallen, ein. „Da sich Luchse anhand ihrer individuellen Fellzeichnung voneinander unterscheiden, können wir unsere Aufnahmen einzelnen Tieren zuordnen“, erklärt Projektleiter Dr. Markus Port vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie. Die Gründer der nordhessischen Teilpopulation sind sehr wahrscheinlich aus dem Harz nach Nordhessen gekommen. Im Nationalpark Harz wurden zwischen 2000 und 2006 insgesamt 24 Luchse ausgewildert. „Wir hoffen nun, dass sich das Luchsvorkommen in Nordhessen durch erneute Zuwanderung erholt“, sagt Thomas Norgall vom Arbeitskreis Hessenluchs, der den Bestand des Luchses in Hessen erfasst. „Ein stabiles Luchsvorkommen in Hessen ist von großer Bedeutung für die erfolgreiche Ausbreitung der Art in Deutschland.“

Sind auf Luchssuche spezialisiert: Spürhündin Nara mit Hundeführerin Elena Jeß.

Sind auf Luchssuche spezialisiert: Spürhündin Nara mit Hundeführerin Elena Jeß.

Quelle:

Neben Fotofallen sollen ab sofort erstmals auch Spürhunde eingesetzt werden. Die Hunde sind darauf trainiert, Luchs-Kot im Gelände aufzuspüren. „In anderen Ländern werden Spürhunde schon sehr erfolgreich im Naturschutz eingesetzt, in Deutschland steckt die Methode aber noch in den Kinderschuhen“, sagt Christoph Hartl, Inhaber von SniffX Detection Dogs. Kotproben ermöglichen es den Wissenschaftlern, ein genetisches Profil der Tiere zu erstellen. „So können wir beispielsweise noch genauer sagen, wo die Luchse herkommen und wie der Verwandtschaftsgrad der Tiere in unserer Population ist“, ergänzt Antje Henkelmann. Die Forstwissenschaftlerin ist seit November 2016 hauptamtliche Projektmitarbeiterin und untersucht die Bestandsentwicklung der Luchse im Rahmen ihrer Doktorarbeit, die durch ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert wird.

Das Luchsprojekt der Universität Göttingen arbeitet eng mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, den Hessen-Forst-Forstämtern Hessisch Lichtenau, Melsungen und Wehretal sowie dem Arbeitskreis Hessenluchs zusammen. Es wird finanziell durch die Heinz-Sielmann-Stiftung sowie die Erika-Krauskopf-Stiftung unterstützt. Das Luchsprojekt ist als Citizen Science Projekt konzipiert, welches durch ehrenamtliche Mitarbeiter aus der Region unterstützt wird. Außerdem vergibt das Projekt jedes Jahr 10 bis 15 Kamerapatenschaften an Schulen.

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