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Göttinger forschen über Zuckerrüben-Viren

Drei-Jahres-Projekt Göttinger forschen über Zuckerrüben-Viren

Vergilbungskrankheiten bei Zuckerrüben untersucht ein Projekt, das das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in den kommenden drei Jahren mit mehr als 390.000 Euro unterstützt. Den Zuwendungsbescheid hat Ministerialdirigent Klaus Heider am Donnerstag im Göttinger Institut für Zuckerrübenforschung übergeben.

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Professor Mark Varrelmann (links), Dr. Klaus Heider

Quelle: aib

Göttingen. „Erstmals seit 1995 wollen wir wieder über die Vergilbungskrankheiten forschen“, kündigt Projektkoordinator Prof. Mark Varrelmann an. Er leitet beim Zuckerrüben-Institut den Bereich der Behandlung von Pflanzenkrankheiten. „Verursacht wird die Vergilbung durch Viren, die von Blattläusen übertragen werden“, erläutert Varrelmann. Landwirte schalteten Blattläuse seit 1995 gezielt durch sogenannte Neonikotinoide aus. Der Wirkstoff sei in dem Mantel enthalten, mit dem Saatguthersteller den Rübensamen überziehen würden. Die keimende Pflanze nehme den Stoff auf. Blattläuse, die die Pflanze befielen, würden sterben.

„In den vergangenen Jahren sind die Neonikotinoide in Verruf geraten, weil ihnen auch Bienen zum Opfer fallen“, weiß Prof. Bernward Märländer, der Direktor des Zuckerrüben-Instituts. Die Europäische Union habe vor drei Jahren bereits den Einsatz der Stoffgruppe beim Rapsanbau verboten. Die Folge sei, dass bei dieser Pflanze die Erträge um zehn Prozent eingebrochen seien. Bei den Rüben könnten die Ausfälle sogar bis zu 30 Prozent betragen.

„Die Bienen nehmen den Giftstoff über den Nektar der Blüten auf“, führt Märländer aus. Die Zuckerrübe blühe aber erst im zweiten Jahr. Geerntet werde sie bereits nach einem Jahr. Auf 1000 Rüben käme vielleicht eine, die bereits im ersten Jahr in Blüte stehe. Bauern würden solche Pflanzen umgehend mit der Hand roden, damit es nicht zur Aussat weniger ertragsreicher Rüben komme. Ob das die Politik überzeuge, sei allerdings offen.

„Mit dem Forschungsprojekt wollen wir Daten erheben, die für die Zeit nach einem möglichen Verbot wichtig sind“, sagt Koordinator Varrelmann. In den kommenden drei Jahren ermittelten sie, welche Viruserkrankungen derzeit von Blattläusen übertragen würden. Dazu arbeiteten sie mit der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, einem in Braunschweig ansässigen Leibniz-Institut, zusammen. „Wir beschreiben und identifizieren die Viren“, erläutert Kurator Wulf Menzel. 683 Pflanzenviren umfasse seine Sammlung.

Das Wissen um die Art der Viren wiederum benötigt der dritte Partner des Projekts, die Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzen-Innovation. In ihr sind unter anderem die vier großen deutschen Zuckerrübenzüchter organisiert: die Einbecker KWS Saat, Sesvanderhave Deutschland, Strube Research und Syngenta Seeds. „Unsere Mitgliedsfirmen wollen Pflanzen züchten, die gegen die Vergilbungskrankheiten resistent sind“, führt Stefan Lütke Entrup aus.

„Wir hoffen, dass es zu keinem Verbot kommt“, meint Märländer. Dadurch, dass das Insektizid in die Samenummantelung eingebracht werde, komme der Bauer mit einem Bruchteil des Wirtstoffs aus, der bei einem Aufbringen durch Sprühen benötigt werde. Zudem gebe es gegen Blattläuse keine wirksameren Mittel.

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