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Graduiertenkolleg veröffentlicht Buch

Universität Göttingen Graduiertenkolleg veröffentlicht Buch

Mit dem Begriff Generation hat sich das Graduiertenkolleg „Generationengeschichte. Generationelle Dynamik und historischer Wandel im 19. und 20. Jahrhundert“ der Universität Göttingen auseinandergesetzt und ein Buch dazu veröffentlicht.

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Zwei Herausgeber des interdisziplinären Buches: Eva-Maria Silies und Till Manning.

Quelle: Heller

Dass der Begriff Generation schwieriger zu fassen ist, als es im ersten Moment erscheint, dürfte unstrittig sein. Deshalb versuchen die Herausgeber des Buches „Generation als Erzählung – Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster“ gar nicht erst den Ausdruck erschöpfend zu klären, sondern stellen eher die Frage, was mit der Verwendung des Wortes eigentlich erreicht werden soll. Ausgangspunkt zur Beantwortung dieser Frage ist dabei die Erkenntnis, dass Generationen erst in Verbindung mit Erzählungen sichtbar werden.

Um die im Untertitel genannten neuen Perspektiven auf den Begriff auch gerecht zu werden, liefert das Werk ein breites interdisziplinäres Angebot von Beiträgen zu Generationenerzählungen. So kommen die zwölf Beiträge auch aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen und werden nebeneinander verglichen. Die Aufsätze aus Geistes- und Literaturwissenschaft, den Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Theologie haben dabei gemeinsam, dass sie die Generation, wie sie durch Erzählung entsteht, als Konstrukt entlarven.

Prägender Mangel

Die Nachwuchswissenschaftler, wie sich die Herausgeber selbst bezeichnen, erreichen dabei zunächst Einigkeit, dass die Generationenrede weitestgehend vier Dimensionen hat. Zunächst dient sie als Argument und soll damit lebensgeschichtliche Erfahrungen unterstreichen. Hier fragt Malte Thießen, ob für die Generation „Feuersturm“ nicht die Bezeichnung Generation „Lebensmittelkarte“ zutreffender wäre. Denn der Mangel an Lebensmitteln in der Nachkriegszeit sei viel prägender als der auslösende Feuersturm über Hamburg kurz vor Ende des Krieges. Außerdem habe die Unterversorgung mit Lebensmitteln Auswirkungen auf die Folgegenerationen gehabt.

Die Generationenrede kann auch als Mythos dienen. Kim Christian Priemel zeigt unter diesem Punkt, wie in der Familie Krupp kurzer Hand der Sohn Alfred zum Firmengründer wird. Seine Geschichte ist, im Gegensatz zu der seines Vaters Friedrich, eine, die den Mythos stärkt und diesen lange halten lässt.

Abschließend werden aber auch die Grenzen der Generationenrede aufgezeigt. Dann nämlich, wenn, wie in Michael Ostheimers Beitrag, traumatische Kriegserlebnisse ein langjähriges Schweigen auslösen. Mit diesem thematisch breit gefächerten Repertoire an Beiträgen werden wie versprochen mehrere Perspektiven auf den Begriff der Generation geboten. Ob diese neu sind, hängt dabei wohl vom Leser ab.

Bernd Weisbrod u.a: „Generation als Erzählung – Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster“. Wallstein Verlag 2009, 29,90 Euro, 262 Seiten.

Von Christian Brahmann

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