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Hochschulbildung und Forschung in den USA aus Sicht von Don M. Randel

Verschiedene Farben des Geldes Hochschulbildung und Forschung in den USA aus Sicht von Don M. Randel

Höhere Bildung und Forschung sind notwendig: Soviel Einigkeit sei leicht zu erzielen, aber schon bei der  weiteren Diskussion gebe es sofort Schwierigkeiten. Denn immer gehe es dabei um die Frage, „für welchen Zweck, für wen und in welcher Form“. Prof. Don M. Randel war sechs Jahre Präsident der privaten Universität von Chicago.

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Studium in den USA: Viele Absolventen sind nach dem Abschluss verschuldet; andere junge Leute verzichten deshalb auf ein Studium.

Quelle: dpa

Göttingen. Über Hochschulbildung und Forschung in den USA sprach er am Dienstag beim Festakt im Aulagebäude, wo die Überführung der Universität Göttingen in eine Stiftung öffentlichen Rechts gefeiert wurde.

„Höhere Bildung in den USA ist in mancher Hinsicht eine eigene Version vom Wilden Westen“, stellte Randel klar. Der 1940 geborene Musikwissenschaftler kennt sich aus. Nachdem er erfolgreich die Universität von Chicago geleitet und finanziell stabilisiert hatte, wechselte er 2006 zur „Andrew W. Mellon Foundation“. Die Stiftung verfügt über 200 Millionen US-Dollar Vermögen und fördert Wissenschaft und Kunst.

Und so sind es auch in den USA die Forschung und Lehre auf „die verschiedenen Farben des Geldes“ angewiesen, wie Randel es ausdrückte. Von Deutschland aus gesehen, seien die acht Elite-Universitäten der Ivy-League mehr im Blick als die Vielzahl der kleineren privaten und öffentlichen Hochschulen. Überall müsse die Ausbildung bezahlt werden.

Auch in den USA seien Hochschulen auf staatliche Förderung angewiesen ebenso wie viele Studierende. Denn ein Studium – Randel veranschlagte die Kosten mit 50    000 Dollar pro Jahr an den führenden privaten Hochschulen – koste soviel wie das Jahreseinkommen einer mittleren Familie betrage. Randel: „Der Großteil der Nation ist also einfach nicht in der Lage, diese Summe für ein Studium aufzubringen“.

Wachsenden Wettbewerb um Studierende

Daraus habe sich ein System ergeben, das je nach Einkommen Rabatte oder Aufschläge bei den Studiengebühren vorsehe. Und führe zu einem wachsenden Wettbewerb um Studierende aus wohlhabenden Familien, der einhergehe mit der Missachtung von Familien, „die  weniger wohlhabend, um nicht zu sagen arm, sind“.

Die Diskussion darüber in den USA gleicht der in Europa: das intellektuelle und kulturelle Leben der Nation verarmt, weil die höhere Bildung nicht für alle Schichten erreichbar ist. Das Argument mit den Gesetzen des Marktes zu agieren und alle Absolventen nach dem Studium dafür zahlen zu lassen, zieht für Randel auch nicht.

Nicht jeder, der aus armen Verhältnissen komme, erreiche auch nach einem erfolgreichen Studium das Einkommen eines Hedgefonds-Managers. „Nicht alle können zu Lebzeiten soviel verdienen, dass  sie die Schulden bezahlen können“, sagt Randel. Er nennt die auf Profit angelegte Higher-Education in den USA in vielen Bereichen skandalös, auch weil „sie sich selbst übermächtig am Regierungstrog ernährt“.

Als ehemaliger Präsident der Mellon-Stiftung hat Randel auch die Budgets für Forschung im Blick und die Geldverwendung und -verwertung. Hier spiele private Wohltätigkeit eine enorme Rolle. In der Forschung sei sie für die Schaffung der wissenschaftlichen Infrastruktur unverzichtbar. So tragen in den USA viele neue Gebäude die Namen ihrer großzügigen Spender. Aber selten seien die Geschenke ausreichend, um alle Kosten zu decken.

Sein Blick auf höhere Bildung und Forschung in den USA sei nicht glorreich ausgefallen, stellte Randel fest. Das möge aber dazu ermuntern, den für die Universität Göttingen eingeschlagenen Weg einer Stiftung öffentlichen Rechts gemeinsam mit dem Land Niedersachsen als Partner fortzusetzen. Er sehe darin einen erheblichen Vorteil im Wettbewerb unter den Universitäten und die Basis für eine solide Zukunft.

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