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Idee für neue Behandlung

Schuppenflechte Idee für neue Behandlung

Rot und schuppig ist die Haut, wenn sie an Schuppenflechte erkrankt ist. Die auch Psoriasis genannte Erkrankung haben Göttinger Hautmediziner im europäischen Verbundprojekt „Angioskin“ untersucht.

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Nach 12 Tagen Behandlung: Weniger Hautdicke und Blutgefäße.

Quelle: umg

Sie konnten nachweisen, dass eine gezielte Therapie gegen die typische Rötung auch andere auffällige Anzeichen der Krankheit erfolgreich lindern kann. Die Hautexperten der Universitätsmedizin Göttingen gehen davon aus, dass das Ergebnis ihrer Grundlagenforschung ein alternativer und zusätzlicher Ansatz in der Behandlung der Schuppenflechte sein könnte.

Dickere und verlängerte Blutgefäße kennzeichnen die Haut bei Schuppenflechte. Dadurch strömt vermehrt Blut und führt zu der von außen sichtbaren Rötung der Haut. „Eine Behandlung gegen das übermäßige Auswachsen von Blutgefäßen, die so genannte Anti-Angiogenese, ist möglich. Sie verhindert die Ausbildung von Blutgefäßen. Durch eine solche zusätzliche Behandlung kann sogar eine bestehende entzündliche Hauterkrankung deutlich verbessert werden“, sagt Prof. Michael Schön, der in Göttingen mit Dr. Katrin Wallbrecht an dem von der Europäischen Union mit 2,78 Millionen Euro über 4,5 Jahre geförderten Verbundprojekt beteiligt war.

Bei ihren Forschungen setzen die Wissenschaftler eine neue Technik, die „non-virale somatische Gentherapie“ ein. Damit gelang es ihnen, ein spezielles Eiweiß (Protein) in die Haut zu transportieren, das „anti-angiogen“ wirkt und so die Neubildung von Blutgefä-ßen hemmt. Um die ablaufenden Prozesse in der Haut beobachten zu können, wurde zudem ein fluoreszenz-gekoppeltes Reporterprotein mit eingeschleust. In allen drei Mausmodellen bestätigte sich die Wirkung, erklärt Hautärztin Wallbrecht.

Einige Effekte der neuen Behandlungsidee, die im Fachmagazin „The Journal of Clinical Investigation“ im Januar veröffentlicht wurden, konnten die Forscher mit bloßen Au-gen sehen: So zeigten sich die typischen entzündlichen Hautveränderungen wesentlich verbessert. Andere Effekte wurden mit hochauflösendem Ultraschall sichtbar: ein verringerter Blutfluss in der obersten Lage der Unterhaut.

Aber auch andere Angiogenese- und Entzündungskennzeichen, wie die erhöhte Blutgefäßdichte, die für Schuppenflechte typische, zu schnelle Erneuerungsrate und Verdickung der Oberhaut sowie das äußere Erscheinungsbild mit Rötung und Schuppung der Haut waren insgesamt verbessert. Die Ergebnisse liegen derzeit nur in der Phase der Grundlagenforschung mit Mäusen vor. Weitere Untersuchungen sind nun notwendig, bevor die Forschungsergebnisse auf Menschen übertragen werden können.

(jes/umg)

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