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Im Tiefschlaf sorgt das Gehirn fürs Gedächtnis

Neurowissenschaftliche Tagung Im Tiefschlaf sorgt das Gehirn fürs Gedächtnis

Unser Gehirn ist ständig aktiv. Und deshalb ist es richtig, vor schwierigen Aufgaben auf ausreichend Schlaf zu setzen. Nachts sortiert das Gehirn nicht nur die Erinnerungen des Tages, sondern speichert auch Erlerntes. Forscher der Universität Lübeck um den Schlafforscher Prof. Jan Born haben festgestellt, dass besonders der Tiefschlaf das Gedächtnis unterstützt.

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Proband im Schlaflabor: Messung der Gehirnaktivität.

Quelle: Siebahn

Born ist einer von 2000 Teilnehmern der am Mittwoch eröffneten 9. Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft (NWG). Deren Präsidentin Prof. Sigrun Korsching, Köln, erinnerte in einem Pressegespräch daran, dass die Göttinger Tagung auf 1973 zurückgeht: Damals noch eine kleine Veranstaltung, sei diese stetig gewachsen. In diesem Jahr zeugen 1000 Poster-Präsentationen von der wissenschaftlichen Bandbreite. Alle Felder der Neurowissenschaften sind bei der fünftägigen Tagung vertreten: Wahl der Modellorganismen wie Wirbeltiere oder Wirbellose, Ebene der Analyse, Studium einzelner Moleküle, Untersuchung zellulärer Eigenschaften, Analyse von ganzen neuronalen Netzwerken oder des gesamten Tiers in Verhaltensexperimenten. Korsching sagte, es zeige sich, dass die historischen Abgrenzungen zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung immer mehr verschwimmen.

In den Neurowissenschaften sind in den vergangenen Jahren neue Untersuchungsmethoden entstanden, darunter optische Methoden der Messung der Gehirnaktivität. Das habe neue Arbeitsfelder geschaffen und, so NWG-Präsidentin Korsching, „mittlerweile wagen wir uns sogar an früher nur in philosophischen und theologischen Kreisen behandelte Fragen heran, wie die nach dem freien Willen“.

Der Lübecker Schlafforscher Born, im vergangenen Jahr mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet, konnte nachweisen, dass der Rat, nochmal eine Nacht drüber zu schlafen, wenn eine schwierige Entscheidung ansteht, seine Berechtigung hat. Im Schlaf wird das Gedächtnis nicht nur gefestigt, sondern es finden auch aktive kognitive Prozesse statt, in denen Gedächtnisinhalte neu verarbeitet werden und dabei auch Problemlösungen erfolgen. Das passiert nicht wie früher angenommen in der Rapid Eye Movement (REM)-Schlafphase, sondern schon früher in der Tiefschlaf-Phase.

Deshalb, so Born, könne noch nicht sicher gesagt werden, dass die Schlafdauer von Bedeutung sei, da alle Menschen bald nach dem Einschlafen in die Tiefschlafphase fallen, die für die Gedächtnisbildung ausschlaggebend ist. Aber Born gab zu bedenken, dass Kinder mit zu wenig Schlaf nachweisbar Lerndefizite gegenüber Gleichaltrigen mit mehr Schlafstunden haben.

Der Schlaf ist auch hinsichtlich des Immunsystems von Bedeutung. „Bei Impfungen haben wir festgestellt, dass auch hier der Schlaf eine wichtige Rolle spielt“, so Born. Wer nach einer Impfung schlafe, habe mehr Antikörper gegen den Erreger im Blut als Personen, die nach einer Impfung über Nacht wach seien.

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