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In den Armen der großäugigen Paradiesjungfrauen

Islam In den Armen der großäugigen Paradiesjungfrauen

Der Glauben an Paradies und Hölle gehört zum Kern der muslimischen Religion. Mit den „Wegen zum Paradies“ hat sich ein internationales Symposium befasst, das vom Institut für Arabische und Islamische Studien in Göttingen ausgerichtet wurde.

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Islamische Paradies-Szene: Gärten der Wonne.

Quelle: EF

Das heilige Buch der Muslime, der Koran, malt das Jenseits bemerkenswert detailliert aus, meint der Veranstalter des Symposiums, Prof. Sebastian Günther. Im Paradies werden die Menschen jugendliche Körper haben. Sie sitzen auf grünen Kissen und trinken Wein, der keine Kopfschmerzen verursacht. Auf die Männer warten großäugige Paradiesjungfrauen, die den Ort zu „Gärten der Wonne“ machen. 

„Das ist kein Randaspekt des Islams“, betont Günther. Mit der Warnung vor dem Jüngsten Gericht beginnt die islamische Offenbarung. Gott bestraft Ungerechtigkeit und Unmoral mit dem Höllenfeuer, heißt es im Koran. Die Gläubigen werden dagegen mit dem Paradies belohnt. 

„Diese Vorstellung ist eng verquickt mit der Verkündung des einen Gottes“, führt der Professor aus. Drohung und Verheißung spielten bei der Mission, bei Muslimen „Einladung“ (Dawa) genannt, eine wichtige Rolle. Das Diesseits betrachten die Gläubigen als Vorbereitung auf das Jenseits, fasst Günther zusammen. 

Märtyrerlehre

Den direkten Eingang ins Paradies verheißt der Koran denjenigen, „die gekämpft haben und getötet wurden“. Aus solchen Versen hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Märtyrerlehre entwickelt. Menschen suchen im Kampf den Tod. In dieser Tradition stehen die sogenannten Selbstmordattentate, die von den Akteuren selbst als „Märtyreroperationen“ bezeichnet werden. Selbstmord lehnen sie als unislamisch ab. 

„Auch säkular orientierte islamische Denker verwenden das Bild des Paradieses“, weiß Günther. Sie benutzen es, um ihren Vorstellungen einer gerechten Gesellschaft islamischer Prägung Ausdruck zu verleihen. 

„Mit der Konferenz wollten wir die Vielfalt der islamischen Endzeitvorstellungen aufzeigen“, führt der Islamwissenschaftler aus. Seit Jahrhunderten diskutieren Muslime in religiösen und mystischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen Texten über das Paradies. Dort versuchen sie unter anderem die Aussagen des Korans miteinander in Einklang zu bringen. So ist zum Beispiel einerseits von den Paradiesjungfrauen die Rede, andererseits davon, dass die Ehefrauen mit ihren Männern zusammen im Paradies leben. 

Miteinander diskutieren

Ein hoher Prozentsatz der Referenten und Teilnehmer waren Muslime. „Wir wollen miteinander diskutieren, nicht übereinander“, betont Günther. Der ägyptische Minister für Religiöse Angelegenheiten, Mahmoud Zakzouk, kündigte sein Kommen an, sagte aber im letzten Moment ab. 

Von Michael Caspar

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