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Institut für Notarrecht an der Universität Göttingen eröffnet

Heraus aus dem „Schattendasein“ Institut für Notarrecht an der Universität Göttingen eröffnet

Die Juristische Fakultät der Universität Göttingen hat das neue Institut für Notarrecht mit einer Gründungsveranstaltung in der historischen Sternwarte gefeiert. Neben einem Festvortrag informierten Institutsmitglieder über die Aufgaben. Bundesweit gibt es sechs solcher Institute, in Niedersachsen ist das Göttinger das einzige.

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Institutsvorstände: Andreas Spickhoff (l.) und Joachim Münch (r.) mit Festredner Stürner.

Quelle: Hinzmann

Prof. Andreas Spickhoff, der den geschäftsführenden Vorstand übernommen hat, unterstrich in seiner Begrüßungsrede vor allem die Bedeutung des Instituts für die Lehre. So soll im kommenden Jahr ein rechtsvergleichendes Seminar zum Erbrecht in vier unterschiedlichen Staaten angeboten werden. Dies komme der Forderung nach einer „Europäisierung“ der Lehre nach, der Praxisbezug solle dabei gewährleistet sein, indem Lehraufträge an Notare vergeben werden.

Prof. Frank Schorkopf, Dekan der Juristischen Fakultät, machte auf die „historische Partikularität des Notariats“ aufmerksam. „Mit Freude und Stolz“ sehe er die hervorgehobene Rolle der vorsorgenden Rechtspflege. Ansonsten friste das Notariat in der Lehre eine eher marginale Bedeutung.
Auch Prof. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Georgia-Augusta, nahm diesen Aspekt auf.

Obwohl das Notariat an den Universitäten meist ein „Schattendasein“ führe, sei es im Alltag doch von höchster Bedeutung. Jürgen Oehlerking, Staatssekretär im Niedersächsischen Justizministerium, zeigte sich optimistischer: „Niedersachsen hat ein Bewusstsein für die Leistungsfähigkeit des Notariats“, so Oehlerking.

Burkard Scherrer von der Notarkammer des Oberlandesgerichtsbezirks Celle hob hervor, dass einzig das Notariat den juristischen Blick in die Zukunft richten könne, während sich die Arbeitsweise von Gerichten aufgrund ihrer Funktion auf die Vergangenheit beziehe. Damit erfüllt diese Fachrichtung eine wichtige Aufgabe im juristischen Fächerkanon.

Über „Die Zukunft des Notariats in Europa“ sprach Festredner Prof. Rolf Stürner von der Universität Freiburg. Er  monierte, dass die vorsorgende Rechtspflege nicht in allen europäischen Mitgliedsstaaten „auf breiter Basis“ anerkannt werde. Besonders kritisierte er „die gewachsene Regulierungskompetenz“ des Europäischen Gerichtshofes. Dieser hatte im vergangenen Jahr den Staatsangehörigkeitsvorbehalt der Bundesnotarordnung für rechtswidrig erklärt.

Damit ist die deutsche Staatsbürgerschaft keine Voraussetzung mehr, um hierzulande als Notar arbeiten zu können.

Von Jonas Rohde

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