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Interessante Mischung türkischer Literatur

Standard-Lesewerk Interessante Mischung türkischer Literatur

Märchen, Romane, Erzählungen und Zeitzeugenberichte: 20 Bände türkischer Literatur übersetzt ins Deutsche umfasst die Reihe „Türkische Bibliothek“. „Wir wollten ein Standard-Lesewerk über die türkische Literatur von 1900 bis in die Gegenwart, eine interessante Mischung für das deutschsprachige Lesepublikum schaffen“ erklärt Herausgeber Jens Peter Laut, Professor für Turkologie an der Universität Göttingen.

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Istanbul: Die wohl europäischste der türkischen Städte ziert das Cover der Kassette der „Türkischen Bibliothek“.

Quelle: Unionsverlag

Die meisten Werke sind von türkischen Autoren, die bislang noch nie ins Deutsche übersetzt wurden. Die Spanne der ausgewählten Texte reicht von bereits klassischen Romanen des 20. Jahrhunderts, die ihren festen Platz in der Literaturgeschichte haben, bis hin zu Werken der jüngsten Generation türkischer Autoren. Jetzt erscheinen die drei letzten Bände.

2003 begann Laut zusammen mit seiner Kollegin, der Freiburger Prof. Erika Glasser, die Arbeit an der Reihe. 2005 erschienen die ersten Bücher. Unterstützt haben das Vorhaben die Stiftung Lesen und die Robert Bosch Stiftung. Zum Konzept der „Türkischen Bibliothek“ gehören auch Lesereisen und begleitende Diskussions- und Kulturveranstaltungen. So soll die deutschsprachige Leserschaft – und damit auch die zweite und dritte Generation von Einwanderern aus der Türkei – direkt mit Autoren und Kulturschaffenden zusammentreffen können. Zusammen mit seinen Studenten organisierte Laut im vergangenen Jahr Lesungen in Göttingen, für den Herbst sind weitere Veranstaltungen geplant.

Besonderes Augenmerk lag für die beiden Herausgeber auf der Qualität der Übersetzungen. „Alle Texte wurden noch einmal überprüft“, erklärt Laut. Ein schönes Thema auch für seine Seminare. Mit seinen Studenten bearbeitete er viele Texte. Auch für türkischstämmige Studierende waren viele Autoren unbekannt. Zudem seien viele ältere türkische Texte für junge Türken kaum noch verständlich. Zu Zeiten Atatürks seien viele arabische oder persische Wörter aus der Sprache verbannt worden und durch neue ersetzt worden. Diese „Umkrempelung“ der Sprache dauere immer noch an, so Laut.

Zu den Bänden, die jetzt die Reihe abschließen, gehört mit „Hundert Jahre Türkei“ ein Buch mit Zeitzeugenberichten. Sie erzählen von ihren Erlebnissen und gehen den Fragen nach, die seit je die türkische Gesellschaft beschäftigen: sei es der türkische Nationalismus oder die Stellung der Frau. Diese persönlichen Stellungnahmen ergänzten die Reihe vortrefflich, so Laut.

Mit „Mein Weg durchs Feuer“ den Erinnerungen der Freiheitskämpferin, Schriftstellerin und Weggefährtin Atatürks Halide Edip Adivar und „Der schmale Pfad“ von der türkischen Bestseller Autorin Ayse Kulin ist die Reihe nun abgeschlossen. Auf der Buchmesse in Frankfurt werden die 20 Bücher als Kassette vorgestellt.

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