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Kaiser-Titel abgelegt und 1948 neu gestartet

Max-Planck-Gesellschaft Kaiser-Titel abgelegt und 1948 neu gestartet

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) wurde 1948 in Göttingen gegründet. Sie ging aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) hervor, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst wurde. Zum 100. Gründungstag ihrer Vorgängerin thematisiert die MPG in diesem Jahr ihre Geschichte und fragt nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft heute.

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Gründung der Max-Planck-Gesellschaft 1948 in Göttingen: Stehend Adolf Grimme (links) und Otto Hahn.

Quelle: MPG-Archiv

In Göttingen startet die Max-Planck-Gesellschaft dazu am Donnerstag, 31. März, eine bundesweite Reihe mit Diskussionsforen zum Thema „Verantwortung der Forschung“. Zur Debatte des Göttinger Gesprächsforums steht die schwierige Gründung der Max-Planck-Gesellschaft aus den Trümmern des „Dritten Reichs“ und die Frage nach dem Wechselspiel von Wissenschaft und Gesellschaft von den 1960er Jahren bis heute.

Die Max-Planck-Gesellschaft wurde 1948 im alten „Kameradschaftshaus“ der Aeorodynamischen Versuchsanstalt gegründet (heutige Kantine auf dem Gelände vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) und MPI für Dynamik und Selbstorganisation an der Bunsenstraße). Sie trat das Erbe der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft von 1911 an, die wegen ihrer Kooperation mit dem NS-Regime auf Beschluss der Alliierten liquidiert wurde. Die neue Gesellschaft entwickelte sich aus bescheidenen Anfängen bald zu einer wichtigsten Säule des deutschen Wissenschaftsbetriebs und expandierte mit ihm seit den 1970er Jahren rasant.

Göttingen, die Keimzelle der Max-Planck-Gesellschaft und bis 1969 auch Sitz ihrer Generalverwaltung, ist noch heute einer ihrer wichtigsten Standorte. Vier durch ihre Forschungsarbeit besonders profilierte Institute befinden sich in der Stadt und spiegeln die Veränderungen und Dynamik der MPG insgesamt. Darunter mit dem MPI für biophysikalische Chemie das größte Institut der MPG. Das ‚Modell Max Planck’ steht heute nicht nur für erfolgreiche Grundlagenforschung, vor allem in den Naturwissenschaften, sondern mit seiner Geschichte auch für Wissenschaft, die besondere gesellschaftliche Verantwortung trägt.

Die Diskussionrunde Max-Planck-Forum erörtert die schwierigen Anfänge der heute renommiertesten deutschen Forschungseinrichtung, deren Gründung unter den provisorischen Bedingungen der Nachkriegszeit erst nach zähem Ringen mit den Besatzungsmächten zustande kam. Es diskutiert ihre ungewöhnlichen Forschungsstrategien, die seit ihrer Gründung 17 Nobelpreisträger hervorbrachten. Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs?

Und wie verhalten sich Spitzenforscher angesichts der Erwartungen von Politik und Gesellschaft? Die öffentliche Forderung nach rascher Anwendbarkeit von Forschungsergebnissen steht oft im Widerspruch zur Forschungsfreiheit als wichtigster Basis der Grundlagenforschung: Sie gewinnt ihre Erkenntnisse nicht selten ganz überraschend und kann deren Reichweite nicht immer sofort vorhersehen.

Die Veranstaltungsreihe ergänzt den Rückblick auf ihre Geschichte, den die MPG mit ihrer Jubiläumspublikation „Denkorte“ gibt. Bei der Suche nach den Spuren der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft führt das Buch auch nach Göttingen, wo mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung die erste deutsche Großforschungseinrichtung entstand – heute nutzen DLR und Max-Planck-Gesellschaft diesen Campus an der Bunsenstraße.

Peter Gruss, Reinhard Rürup (Hg.): „Denkorte. Max-Planck-Gesellschaft und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Brüche und Kontinuitäten 1911 – 2011. Sandstein Verlag, 384 Seiten, 430 Abbildungen, 38 Euro.

  Max-Planck-Forum in Göttingen
  „Forschung für die Demokratie. Die Gründung der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen“ lautet der Titel des ersten Max-Planck-Forums, das am Donnerstag, 31. März, in Göttingen stattfindet. Moderiert von Zeit-Redakteur Jan-Martin Wiarda diskutieren auf dem Podium Prof. Reimar Lüst, ehemaliger Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die Präsidentin der Georg-August-Universität Prof. Ulrike Beisiegel, Dr. Barbara Bludau, Generalsekretärin der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Manfred Heinemann, Historiker an der Leibniz Universität Hannover, und Prof. Jürgen Renn, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin. Das Max-Planck-Forum beginnt um 19 Uhr in der Paulinerkirche Göttingen, Papendiek 14.
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