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Kartenschatz aus dem 16. Jahrhundert

Mascops Ämteratlas Kartenschatz aus dem 16. Jahrhundert

In der Forschung war bekannt, dass Gottfried Mascop in den siebziger Jahren des 16. Jahrhunderts als Kartograph im Dienst von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel stand. Die von ihm gezeichneten Karten aber galten als verschollen.  Mitarbeiter des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen hoben im Jahr 2009 den Kartenschatz – im Hildesheimer Stadtarchiv. Der Ämteratlas ist für Norddeutschland von einzigartiger Bedeutung, so der Leiter des Instituts, Prof. Arnd Reitemeier.

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Wälder, Städte, Kirchspiele: Aus dem 16. Jahrhundert stammt diese lange verschollene Karte aus dem Werk von Gottfried Mascop.

Quelle: EF

Der genaue Überlieferungsweg der Karten lässt sich heute nur teilweise erschließen: Die „Landtafeln“ gelangten vermutlich im 17. Jahrhundert in den Besitz von (unbekannten) Personen in Diensten der Hildesheimer. Im 19. Jahrhundert wurden die Karten zusammengebunden und kamen vermutlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts an das Stadtarchiv Hildesheim.

Der Atlas umfasste alle Ämter des Herzogtums vor dem Anfall von Calenberg im Jahr 1584. Er enthält daher das gesamte Herrschaftsgebiet der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel: Vom Weserdistrikt um Holzminden im Westen bis zum Gebiet um Helmstedt beziehungsweise dem Amt Calvörde im Osten. Die von Reitemeier herausgebene Edition belegt, dass die Ämterkarten die frühesten Visualisierungen des Braunschweiger Landes und weiter Teile Zentralniedersachsens sind.

Der Atlas ist nach Ansicht von Reitemeier eine außergewöhnliche Quelle der Territorialgeschichte des 16. Jahrhunderts. In die Karten wurden mit unterschiedlichen Symbolen Städte, Dörfer, Amtssitze und Burgen eingezeichnet, außerdem Wirtschaftseinheiten wie Bergwerke, Pochwerke, Steinbrüche und besonders Wind- und Wassermühlen. Systematisch wurden die Orte, die eine Pfarrkirche besaßen, mit einem eigenen Symbol klassifiziert, ebenso Klöster und Stifte.

Der Atlas ermöglicht neue Forschungen zur Ämterorganisation und Verwaltungsgeschichte des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel. Die systematische Erfassung der Städte und Dörfer erlaubt neue Analysen der Orts- und Flurnamenforschung. Dies gilt auch für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, da Mascop auf Anordnung des Herzogs sowohl die Bergwerke als auch die mit diesen verbundenen Einrichtungen erfasste, so dass zukünftig neue Einblicke in die Montangeschichte des Harzes gewonnen werden können.

Der Atlas ist in einer Ausstellung über die Anfänge der Kartographie zu sehen bis zum 3. Februar 2013 im Städtischen Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr. Zur Ausstellung erscheint das von Uwe Ohainski und Arnd Reitemeier herausgegebene Faksimile des Atlanten.
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