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Kasseler erforschen Null-Energie-Haus

Energieeffizienz Kasseler erforschen Null-Energie-Haus

Wenn die Energiewende gelingen soll, müssen Gebäude künftig mit deutlich weniger Strom, Wärme und Kälte auskommen. Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland nahezu klimaneutral sein. Kasseler Wissenschaftler wollen ein Null-Energie-Haus.

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Zentrum für umweltbewusstes Bauen in Kassel: Das Gebäude ist aber kein Null-Energie-Haus.

Quelle: EF

Kassel. Am Fachgebiet Bauphysik der Universität Kassel werden Daten gesammelt und analysiert, die Aufschluss über die Verwendbarkeit und Effizienz von Innovationen der Gebäude- und Haustechnik geben. Wichtiger Bestandteil der Arbeit sind die praktischen Erfahrungen mit dem Gebäude des Universitätsinstituts Zentrum für umweltbewusstes Bauen (ZUB) in der Kasseler Gottschalkstraße.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert mit rund zwei Millionen Euro das Projekt „Enob-Monitor“ der Universität Kassel, der Universität Wuppertal, dem Karlsruher Institut für Technologie sowie dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Nach Kassel fließen aus dem Projekt etwa 354    000 Euro Forschungsgelder. Das Programm startete 2007 und befindet sich in der zweiten Förderperiode bis Mitte 2015.

Im Rahmen von „Enob-Monitor“ (Enob steht für Energieoptimiertes Bauen) liefern zahlreiche Demonstrationsobjekte, zu denen auch das Kasseler ZUB-Gebäude zählt, Neubauten wie Bestandsgebäude mit unterschiedlichen Funktionen, Informationen darüber, wie sich Innovationen zur Energieeffizienz auf Dauer in der Praxis bewähren. Maßstab – auch für die Frage der Wirtschaftlichkeit – ist der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes.

„Es gilt die Stellschrauben zu finden"

„Während die Erforschung neuer Möglichkeiten zu mehr Energieeffizienz bei Wohngebäuden weitgehend ausgereizt ist, gibt es bei Nichtwohngebäuden noch viel Spielraum und Einsparpotentiale“, sagt Torben Schmitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Bauphysik: „Es gilt die Stellschrauben zu finden, mit denen wir das mit angemessenem finanziellem Aufwand hinbekommen.“ Die Technik dafür sei vorhanden und werde permanent erweitert.

Das ZUB-Gebäude ist dafür ein erfolgreiches Praxisbeispiel. Das Haus kommt beispielsweise ohne eine stromfressende Klimaanlage aus. Für angenehme Temperaturen sorgen die besondere Architektur, ein außenliegendes Verschattungssystem, eine hochgedämmte Außenfassade und eine so genannte Bauteilaktivierung. Dabei strömt im Sommer Wasser durch Leitungen in den Decken und führt Wärme in die Bodenplatte des Gebäudes ab. So lassen sich die Räume moderat passiv kühlen. Im Winter kann über dieses System mithilfe von Fernwärme auch geheizt werden. Das Flächensystem der Heizung, ein Lüftungskonzept mit Wärmerückgewinnung, die Sensoren und ein ausgetüfteltes Mess- und Regelsystem sorgen dafür, dass das Gebäude mit einem Heizwärmebedarf von weniger als 25 kWh pro Jahr und Quadratmeter Nutzfläche auskommt.

Ohne den Einsatz von Fotovoltaik nicht zu erreichen

Ein Null-Energie-Haus – das erklärte Ziel der Forscher – ist das ZUB nicht. „Dies ist ohne den Einsatz von Fotovoltaik nicht zu erreichen“, begründet Schmitt. Die Energie der Sonne helfe, große Bauten im Sommer auch zu kühlen, beispielsweise durch Adsorptionsverfahren in Verbindung mit Solarkollektoren. In dem Verbundprojekt werden die Techniken zur Nutzung von erneuerbaren Energien, zur Kälteerzeugung und zur Wärmedämmung untersucht.

Im Hinblick auf den Lebenszyklus eines Gebäudes seien noch viele Fragen offen, so Schmitt weiter. Das gelte für neuartige Kälte und Wärme speichernde Baumaterialien oder dämmende Vakuum-Paneele an der Fassade. „Was ist, wenn die kaputt gehen?“, fragt der Bauphysiker. Die Antwort sei wichtig für die Entscheidung, ob man solche Materialien den Bauherrn empfehlen kann. Bei der Kosten-Nutzen-Analyse wird auch die Entsorgungsproblematik berücksichtigt.

Welche Anforderungen der Gesetzgeber künftig bei der Sanierung von Gebäuden und dem Neubau von Häusern an die Energieeffizienz stellen wird und wie schnell die Innovationen Einzug in die Baupraxis finden, wird nach Angaben von Schmitt maßgeblich von der Arbeit der Kasseler Forscher abhängen. Sie haben im Rahmen des Enob-Projekts die Aufgabe, Fachleute und Studierende weiterzubilden, für den Informationsaustausch mit der Wirtschaft zu sorgen und Grundlagen für neue Normen zur Energieeffizienz im Bauwesen zu schaffen.

uka

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