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Kleine Umleitung mit großer Wirkung

Altershirndruck Kleine Umleitung mit großer Wirkung

Unsicherer Gang, Gedächtnisverlust, Blasenschwäche – viele, besonders ältere Menschen leiden unter diesen Symptomen. Demenz, Parkinson oder Medikamentenmissbrauch lauten dann oft die Diagnosen. Bei etwa 60 000 Menschen in Deutschland aber gehen diese Vermutungen in die falsche Richtung: die Patienten leiden an Altershirndruck, Normaldruckhydrozephalus (NPH). Mit einer Shunt-Therapie kann diese Erkrankung gut behandelt werden. Eine Patientenveranstaltung am Dienstag, 10, November, im Hotel Gebhards, Goethe-Allee 22, um 19 Uhr informiert über Altershirndruck.

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Kann Hinweis auf Altershirndruck sein: Unsicherer Gang.

Quelle: dpa

Diese Erkrankung „ist unterdiagnostiziert,“, erklärt Veit Rohde, Direktor der Abteilung Neurochirurgie am Universitätsklinikum Göttingen. Patienten, denen mit einer Operation geholfen werden könne, laufen Gefahr, als dement abgestempelt zu werden. Die Veranstaltung solle Angehörige und Patienten aufmerksam machen, auch an Altershirndruck zu denken – vor allem, wenn die drei Symptome Gangschwierigkeiten, Blasenschwäche und Gedächtnisverlust auftauchen.

Im Normalfall werde die Gehirnrückenmarks-Flüssigkeit über dem Gehirn und im Rückenmarkskanal wieder aufgesaugt. „Beim Altershirndruck ist dieses Aufsaugen jedoch gestört. Es kommt zum Aufstau, zur Erweiterung der Hirnkammern und zur Druckschädigung des Gehirns“, erklärt Rohde. Heilbar ist die Krankheit nicht, durch die Shunt(Umleitungs)-Operation ist sie aber gut behandelbar. Ein kleiner Katheter werde in die Gehirnkammern implantiert. Von außen unsichtbar wird dann die überschüssige Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch in die Bauchhöhle geleitet.

Dies sei eine sichere Operation, die in Göttingen etwa 100mal im Jahr durchgeführt werde, so Rohde. In den meisten Fällen bei Kindern, bei etwa 20 Patienten handelt es sich um Altershirndruck. Zwei Drittel der Operierten erleben eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität, viele erholen sich völlig. Wichtig hierfür sei es aber, dass die Krankheit früh erkannt werde. Sonst „kann es sein, dass sich die Symptome nicht zurückbilden“, erklärt Rohde. Besonders bei Gedächtnisproblemen und Inkontinenz könne dies geschehen. Deshalb sei es wichtig, dass Angehörige, die entsprechende Symptome bemerken, mit einem Arzt sprechen.

Von Christiane Böhm

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