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Kritik an Göttinger Rechtsextremismus-Studie

Umstrittenen Kritik an Göttinger Rechtsextremismus-Studie

Der Magdeburger Rechtsextremismus-Experte David Begrich hat die Ergebnisse der umstrittenen Göttinger Studie zu "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland" verteidigt.

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Göttingen/Magdeburg. Auch wenn es Kritikpunkte an der Studie gebe, seien die Grundaussagen zutreffend, betonte Begrich in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Anfälligkeit für Rassismus und Rechtsextremismus sei im Osten Deutschlands vor allem in der mittleren Generation deutlich größer als in Westdeutschland.

"Es ist tragisch, dass die Ostbeauftragte die Studie fallen lässt wie eine heiße Kartoffel", sagte Begrich. Ein Austausch über die Ursachen von Rechtsextremismus in Ostdeutschland sei dringend notwendig.

 Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hatte die Studie beim Göttinger Institut für Demokratieforschung in Auftrag gegeben. Als nach der Veröffentlichung Kritik laut wurde, hatte sich Gleicke erst vor die Autoren gestellt, sich dann aber am Donnerstag distanziert.

Bereits frühere Studien von der Bertelsmann-Stiftung oder der Friedrich-Ebert-Stiftung hätten gezeigt, dass es im Osten demokratiegefährdende Herausforderungen gebe, sagte Begrich, der im Demokratie-Netzwerk "Miteinander" mitarbeitet.

"Die Parteien müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie diejenigen Menschen zurückgewinnen, die sich immer weiter von der Demokratie entfernen." Die Diskussion um fehlerhafte Methoden und mangelnde Nachweise in der Göttinger Studie nannte der Extremismus-Experte ein "absurdes Theater auf einer Nebenbühne".

Zwar gebe es durchaus Kritikpunkte an der Studie, sagte Begrich. So hätten die Forscher etwa bereits vorhandene Literatur über die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland in den 90er Jahren zu wenig berücksichtigt und schrieben darüber eher "holzschnittartig".

Auch greife es zu kurz, von einer kleinen Anzahl an Vereinen auf mangelndes zivilgesellschaftliches Engagement zu schließen. Das sei ein westdeutscher Maßstab, da ehrenamtliche Initiativen im Osten oft informeller organisiert seien. Solche Punkte würden aber gar nichtöffentlich diskutiert.

Stattdessen werde die Studie "teils bewusst, teils unbewusst als Ostdeutschen-Bashing missverstanden". "Es ist dramatisch, dass es keine differenzierte Debatte gibt, sondern vor allem Pauschalisierungen", sagte Begrich und rief zu einer sachlicheren Debatte auf.

epd

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