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Lange Nacht der Hausarbeiten in der SUB Göttingen

Durchschreiben Lange Nacht der Hausarbeiten in der SUB Göttingen

Es könnte sich um einen ganz normalen Uni-Tag handeln. Die Fahrradständer vor der SUB sind gut gefüllt. Einige Studenten stehen draußen, trinken Kaffee und reden über ihre Pläne für das Wochenende. Aber die Dunkelheit verrät, dass die Nacht schon fortgeschritten ist.

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Literaturrecherche für die bald abzugebende Hausarbeit: Laura Treskatis und Svenja Maltzahn (rechts).

Quelle: Buchwald

Göttingen. Und es ist mitten in den Semesterferien. In diesen müssen aber Essays, Hausarbeiten und Ähnliches geschrieben werden. Unter dem Motto „Gemeinsam schreibt man weniger allein“ hat die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ eingeladen, an wissenschaftlichen Schreibprojekten zu arbeiten.

Bundesweit findet eine solche Nacht zum dritten Mal statt, während sie sich  in Göttingen erst zum zweiten Mal jährt. „Letztes Jahr war es so brechend voll, dass wir sämtliche Räume des Schreibzentrums genutzt haben“, erinnert sich Melanie Brinkschulte, Leiterin des Internationalen Schreibzentrums und Initiatorin der langen Nacht der Hausarbeiten. Deshalb sei die Idee entstanden, in die SUB zu wechseln, weil dort mehr Platz zum Schreiben sei.

Dieser wird auch gut genutzt. Selbst in den entlegensten Ecken der Bibliothek finden sich Studenten, die konzentriert über ihre Laptops gebeugt sitzen oder sich eine Burg aus Bücherstapeln bauen. Andere arbeiten in Gruppenarbeit. Dazu gehören Anja Glöwe (22), Juliane Gull (21) und Sven Thomas (30), die Politik im ersten Semester studieren.

Strategien gegen Aufschieberitis

„Wir sind heute hier, um uns abzusprechen und uns Tipps zu Fragestellungen zu geben“, sagt Anja Glöwe. Außerdem schätzten sie die entspannte Atmosphäre. „Und wir spornen uns gegenseitig an“, ergänzt Sven Thomas.

Den Abend über gibt es Schreibworkshops und Schreibberatungen. „Dabei geht es um das gemeinsame Schreiben und Aneignen fundierter Schreibstrategien“, erläutert Brinkschulte. Probleme wie Schreibblockaden, Aufschieberitis und die richtige Literaturrecherche seien ebenfalls Thema.

Uta Scheer, Schreibberaterin der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, hat heute bereits acht Studenten weitergeholfen. „Die meisten haben mit Schreiben angefangen und haben Fragen zur Gliederung oder zum richtigen Zitieren“, erzählt sie.

Eine solche Beratung in Anspruch genommen haben Svenja Maltzahn und Laura Treskatis. Beide müssen am kommenden Freitag Hausarbeiten abgeben. „Heute haben wir recherchiert und ein wenig geschrieben“, sagen sie. Und loben, dass es im Foyer der Bibliothek gratis Kaffee gibt.

Ebendort machen Jan Göwecke (23) und Torge Bickert (23) eine kurze Pause. Göwecke, der für das Schreibzentrum arbeitet, ist für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Abends zuständig. „Wir sind sehr zufrieden, nur mit der Live-Schaltung gab es zuerst Schwierigkeiten“, lautet sein Resümee.

Sehr gute Atmosphäre

Dabei verweist er auf einen Bildschirm, der den Kontakt zu anderen Schreibzentren herstellt. Denn bundesweit wird an 15, international an fünf weiteren Orten in dieser Nacht durchgeschrieben.

Auch Brinkschulte freut sich über die Resonanz auf die „Lange Nacht“. „Es sind sehr viele Studenten da, überschlagen etwa 350“, berichtet sie. Allerdings bedauerten einige Studenten, dass in diesem Jahr bereits um 1 Uhr Schluss sei, während es im vergangenen Jahr bis acht Uhr morgens gegangen sei.

„Aber es herrscht eine sehr gute Atmosphäre“, sagt Brinkschulte. Und der am meisten gehörte Satz sei: „Hast Du heute schon was geschrieben?“

Gegen Ende des Abends heften die Studenten Zettel an Pinnwände, auf die sie schreiben, was sie in der Nacht geschafft haben oder was ihre Motivation war. „Endspurt“ heißt es da. Oder „Bäm“. Aber auch „Ich weiß, wie es weiter geht.“ Und mittig auf einer der Pinnwände steht einfach nur ein schlichtes „3 Seiten“.

Von Xenia Buchwald

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