Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Lebensbedingungen in niedersächsischen Erziehungsheimen vor 1975

Zeitzeugen für Forschungsprojekt gesucht Lebensbedingungen in niedersächsischen Erziehungsheimen vor 1975

Unter welchen Bedingungen lebten Kinder und Jugendliche in niedersächsischen Heimen während der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik? Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen die Verhältnisse der Heimerziehung in Niedersachsen von 1949 bis Mitte der Siebziger Jahre.

Voriger Artikel
Neubau eines Lern- und Studienzentrums auf dem Campus bis Herbst 2011
Nächster Artikel
„Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet“

Früher das Landesjugendheim Göttingen: die heutige Jugendanstalt Göttingen-Leineberg.

Quelle: EF

In Archivstudien und mithilfe von Interviews werden die Heime und die Lebensumstände der Heimkinder näher erforscht.

Um herauszufinden, wie die Erziehung in Kinder- und Jugendheimen sowie Waisenhäusern im Detail aussah, hat das Forscherteam zwölf Einrichtungen in den Regionen Göttingen, Braunschweig, Hildesheim und Oldenburg ausgewählt. Für Interviews werden Zeitzeugen gesucht. Das Forschungsprojekt „Heimerziehung in Niedersachsen 1949 bis 1975“ wird von Prof. Margret Kraul vom Pädagogischen Seminar und Prof. Dirk Schumann vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte geleitet und vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

Ausgangspunkt des Projekts ist ein Beschluss des Niedersächsischen Landtags aus dem vergangenen Jahr, die damalige Heimerziehung aufzuarbeiten. Das Niedersächsische Sozialministerium hat gemeinsam mit dem Gesprächskreis „Heimerziehung 1949 bis 1975“ in Hannover einen Fragenkatalog zusammengestellt, der Grundlage des Forschungsprojekts ist. Neben Anzahl und Trägerschaft der Heime sowie den rechtlichen Grundlagen der Heimeinweisung geht es darin vor allem auch um die Lebensumstände der Kinder: Wie war die medizinische und psychologische Betreuung? Welche Arbeit mussten sie in den Heimen und Betrieben leisten? Waren sie sozial abgesichert? Darüber hinaus untersuchen die Wissenschaftler die Frage, wie die zuständigen staatlichen Behörden ihrer Verpflichtung zur Aufsicht über die Heime nachkamen. Neben einer Bestandsaufnahme wollen die Forscher die Verhältnisse auch historisch einordnen und bewerten.

„Seit Beginn des Forschungsvorhabens im April 2010 haben wir herausgefunden, dass in Niedersachsen bis in die Siebziger Jahre hinein mindestens 138 Erziehungsheime für Kinder und Jugendliche existierten“, so Prof. Kraul. Das Forscherteam hat nun für detaillierte Studien zwölf solcher Einrichtungen in verschiedenen Regionen Niedersachsens und sowohl kirchlicher als auch säkularer Trägerschaft ausgewählt, die bislang nicht intensiv untersucht werden. Hierzu zählen in der Region Göttingen das Landesjugendheim Göttingen, das Psychagogische Kinderheim Rittmarshausen und das Mädchenheim Wollershausen, zudem die Einrichtung St. Ansgar in Hildesheim sowie in der Region Braunschweig das Kinderheim/Waldschule Querum, das Zentraljugendheim Sternhaus und das Elisabethstift in Salzgitter. In der Region Oldenburg werden fünf Einrichtungen untersucht: das Mädchenheim Dietrichfeld in Oldenburg, das Leinerstift in Großefehn, das Schwedenheim und die Einrichtung Heilig Kreuz in Cloppenburg sowie das St-Vincenz-Kinderheim in Nordenham.

Ehemalige Heimkinder sowie Erzieherinnen und Erzieher, die im Zeitraum 1949 bis 1975 in einem dieser Einrichtungen gelebt oder gearbeitet haben, können das Forschungsprojekt als Interviewpartner unterstützten. Interessierte erreichen die Projektmitarbeiterin Rebecca Eulzer unter Telefon 0551 / 39 944 oder per E-Mail unter reulzer@uni-goettingen.de. Informationen zum Forschungsprojekt sind im Internet unter www.uni-goettingen.de/de/137460.html zu finden.

pug/chb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus