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Lehrbeauftragte übergeben 820 Protestnoten

Honorarstreit Lehrbeauftragte übergeben 820 Protestnoten

An einer Verbesserung des Status von Lehrbeauftragen an der Universität Göttingen will Unipräsidentin Ulrike Beisiegel „Schritt für Schritt“ und „in Absprache mit den 13 Fakultäten“ arbeiten. Das versprach sie Honorarkräften, die ihr am Mittwoch eine von 820 Personen unterzeichnete Petition überreichten.

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Göttingen. Bis zu einem zweiten Treffen mit der Initiativgruppe im Juni will Beisiegel Zahlen zusammentragen lassen. „Wir wissen nicht, wieviele Lehrbeauftragte es an der Universität gibt“, erklärte Pressesprecher Roman Bielke. Die Fakultäten würden die entsprechenden Aufträge eigenständig vergeben. Im Bereich der Pflichtveranstaltungen seien nach bisherigen Recherchen 65 Lehraufträge im Sommersemester 2015 und 72 im Wintersemester 2015/15 erteilt worden. Das entspreche einem Anteil an der Lehre von zwei Prozent. Hinzu kämen noch Zusatzangebote in der überfachlichen Lehre sowie im Wahlpflicht- und Wahlbereich. Sie würden unter anderem aus Studienqualitätsmitteln finanziert.

Nach Beobachtung von Gudrun Stockmann, einer Lehrbeauftragten an der Deutschen Philologie, ist die Zahl der Honorarkräfte allein an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) seit 2005 von 40 auf heute 130 Personen gestiegen. Deutschlandweit soll sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Lehrbeauftragten nach Angaben der Wochenzeitung „Die Zeit“ verdoppelt haben. Nach Einschätzung der Göttinger Initiativgruppe erbringen die Honorarkräfte mehr als einen ergänzenden Beitrag zur Lehre.

„Wir werden aber deutlich schlechter bezahlt als die Festangestellten“, erklärte Stockmann. Sie müssten etwa 40 Prozent ihres Honorars für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung aufwenden. Arbeit außerhalb des Unterrichts, etwa für die Vor- und Nachbereitung, das Erstellen von Klausuren, Korrekturen oder die Teilnahme an Besprechungen bekämen sie nicht extra bezahlt. Würden sie krank, erhielten sie kein Geld. Sie hätten keine Mitbestimmungsrechte in den Hochschulgremien und seien im Personalrat nicht vertreten. Die Initiativgruppe fordert eine Festeinstellung oder eine Angleichung der Honorare an den Tarifvertrag des Landes.

Der Personalrat unterstützt in einer Stellungnahme die Initiativgruppe: „Alle Lehraufträge, die für die grundständige Lehre benötigt werden beziehungsweise die bereits seit längerer Zeit wiederkehrend erteilt wurden, sollten innerhalb der nächsten drei Jahre in reguläre Arbeitsverhältnisse überführt werden.“

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