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„Politische Aussage“

Lichtenberg-Medaille für Klimaforscher „Politische Aussage“

Der amerikanische Klimaforscher James G. Anderson hat am Freitag die Lichtenberg-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erhalten. Die Entscheidung, die Auszeichnung für Klimaforschung zu vergeben, sei auch als „eine politische Aussage der Akademie“ zu verstehen, sagte deren Präsident Andreas Gardt.

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Klimaforscher James G. Anderson

Quelle: janvetter.com

Göttingen. Der amerikanische Klimaforscher James G. Anderson hat am Freitag die Lichtenberg-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erhalten. Die Entscheidung, die Auszeichnung für Klimaforschung zu vergeben, sei auch als „eine politische Aussage der Akademie“ zu verstehen, sagte deren Präsident Andreas Gardt.

Die höchste Auszeichnung der Akademie erhalten besonders hervorragende und in der Öffentlichkeit angesehene Wissenschaftler. Der 1944 geborene Anderson erforscht die Ozonschicht seit den siebziger Jahren. Die chemischen Reaktionen in der Atmosphäre untersucht er im Labor und in aufwendigen Feldversuchen weltweit, beschrieb Laudator und Akademiemitglied Prof. Jürgen Troe die Arbeit des Geochemikers. Feldversuch heißt im Fall des Professors für Atmosphärenchemie, dass mit Raketen oder Flugzeugen Messdaten in zehn bis 20 Kiliometern Höhe in der Atmosphäre gesammelt werden.

40 Millionen Jahre zurück führte Andersons Vortrag nach der Preisverleihung. Aber mit der Darstellung der Klimaentwicklung in der Vergangenheit hielt er sich nicht lange auf: Die Zeit seit 1975 stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Wir machten Schritte nach vorn und zurück - und gerade machten wir einen zurück“, erklärte er. Sein Kommentar zur Kündigung des Vertrages zum Pariser Klimaabkommen durch US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen.

Anderson zeigte Satellitenaufnahmen, die das Verschwinden der Eisflächen an den Polekappen und auf Grönland dokumentieren. 80 Prozent des Eises habe die Erde bereits verloren. „Kann sie das in den nächsten 30 Jahren zurückerhalten?“, fragte Anderson. Die Instabilität nehme zu im Gegensatz zur Zeitspanne der Unumkehrbarkeit.

Am Beispiel der Universität Harvard in Massachusetts (USA) stellte Anderson auf einer Landkarte die Folgen der Eisschmelze dar: Steigt der Meeresspiegel um einen Meter, ist der neue Campus überschwemmt, bei drei Metern das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das seien Prognosen. Festzustellen sei hingegen bereits jetzt, dass die Zerstörung der Ozonschicht - „sie sieht aus wie ein Schweizer Käse“ - in den USA nachweislich zur Steigerung der Hautkrebserkrankungen geführt habe. jes

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