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MPS an ESA-Projekt beteiligt Suche nach einer zweiten Erde

Nach dreijähriger Planung hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) grünes Licht für die technische Umsetzung eines Projekts gegeben, mit dem bewohnbare Planeten gefunden werden sollen. Das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) soll die Beobachtungsdaten verarbeiten.

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Quelle: AP

Göttingen. Göttingen. Nach dreijähriger Planung hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) grünes Licht für die technische Umsetzung eines Projekts gegeben, mit dem bewohnbare Planeten gefunden werden sollen. Das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) soll die Beobachtungsdaten verarbeiten.

Die Gesamtmission leitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin, in Göttingen werden im Plato Data Center die Beobachtungsdaten der Messungen von Radien, Massen und Alter der Planeten und Sterne verarbeitet. Die Weltraummission Plato, die die Eigenschaften von sogenannten Exoplaneten bestimmen wird, hat damit einen wichtigen Meilenstein erreicht. 2014 hatte die ESA die Mission offiziell ausgewählt; der Start ist nun für Ende 2026 vorgesehen.

Mehrere Tausende von Exoplaneten, die entfernte Sterne umkreisen, sind bereits bekannt. Allerdings sind diese Welten so weit weg und ihre Zentralsterne so lichtschwach, dass sie sich nicht im Detail charakterisieren lassen. Plato wird die erste Exoplaneten-Mission sein, die mindestens vier Jahre lang vergleichsweise nahe, erdähnliche Planeten entdecken und beschreiben kann. Ziel: bewohnbare Welten finden, vielleicht sogar einen „Erdzwilling“, der die nötigen Voraussetzungen für Leben bietet.

Software aus Göttingen

Erstmals werde mit diesem Projekt eine Vielfalt an Sternen- und Planetensystemen in Bezug auf Masse, Radius und Alter charakterisiert, erklärt Prof. Laurent Gizon, Geschäftsführender Direktor des MPS und Leiter des Plato Data Centers. „Dies wird unser Wissen über die Evolution von Exoplaneten und ihrer Zentralsterne revolutionieren“, sagt er.

Während der Planungsphase in den vergangenen drei Jahren seit der Auswahl der Mission haben Wissenschaftler der ESA, des DLR in Berlin und des Göttinger MPS sowie anderer europäischer Partnerinstitutionen die technischen und programmatischen Details der Mission festgelegt. Nun kann die Umsetzung - die technische Implementierung und der Bau der Raumsonde und seiner Instrumente - beginnen. Die Instrumentierung von Plato bestehe hauptsächlich aus 26 Teleskopen, mit denen es möglich sei, eine große Fläche des Himmels zu überblicken, wie das MPS mitteilt.

Parallel dazu beginnt das Plato Data Center, das aus mehreren Einheiten in ganz Europa sowie der zentralen Datenbank am MPS in Göttingen besteht, die Software zur Analyse der Beobachtungen am Plato Data Center entwickelt. Die MPS-Wissenschaftler rechnen damit, am Ende der Mission mehrere Petabyte an wissenschaftlichen Daten zu verwalten.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeiten am MPS stehen das Sonnensystem mit seinen Planeten und Monden, seinen Kometen und Asteroiden sowie der Sonne. Um diese Körper zu untersuchen, entwickeln und bauen die Forscher zusammen mit den Ingenieuren und Technikern wissenschaftliche Instrumente, die vor allem im Weltraum eingesetzt werden.

Zu diesem Zweck ist das Institut an zahlreichen Missionen internationaler Weltraumagenturen wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) oder der NASA beteiligt. Die Auswertung und Interpretation der so gewonnenen Daten wird von theoretischen Arbeiten begleitet. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ist im Juli 2004 durch Umbenennung aus dem seit 1957 bestehenden Max-Planck-Institut für Aeronomie hervorgegangen.

Der Standort wurde dann vom etwa 30 Kilometer entfernten Katlenburg-Lindau nach Göttingen verlegt. Dort ist nun in der Nähe des Nordcampus der Universität Göttingen die neue Heimat des Instituts. Das Institut gliedert sich in drei wissenschaftliche Abteilungen. Eine Abteilung beschäftigt sich mit Planeten und Kometen, eine zweite mit der Sonne und Heliosphäre und eine dritte mit dem Inneren der Sonne und Sterne.

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