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Minoer, Mykener und Griechen

Migrationsforschung Minoer, Mykener und Griechen

Die modernen Griechen sind eng mit den Mykenern verwandt. Das ergab eine Studie, die die Bevölkerungsgruppen der Minoer und Mykener untersuchte.

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Szene aus dem Stierspiel-Fresko im minoischen Palast von Knossos.
 

Quelle: r

Jena.  Die modernen Griechen sind eng mit den Mykenern verwandt. Das ergab eine Studie, die die Bevölkerungsgruppen der Minoer und Mykener untersuchte.
In der griechischen und europäischen Geschichte nehmen Minoer und Mykener einen besonderen Platz ein. Die minoische Kultur (um 2600 bis 1100 vor unserer Zeitrechnung) mit ihrer Linear-A-Schrift gilt als erste alphabetisierte Gesellschaft Europas. Die Studie vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena trägt dazu bei, das Zeitfenster für die Ankunft der östlichen und nördlichen Vorfahren näher eingrenzen zu können.

Endneolithische Zeit rund 4100 Jahre vor unserer Zeitrechnung

„Die genetischen Proben aus dem Neolithikum aus Griechenland bis hin zur endneolithischen Zeit rund 4100 vor unserer Zeitrechnung enthalten keine Spuren der Abstammung von beiden Bevölkerungsgruppen. Das lässt vermuten, dass die Vermischung, die wir erkennen können, wahrscheinlich im Zeitfenster des vierten bis zweiten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung aufgetreten ist”, erläutert David Reich von der Harvard Medical School sowie dem Broad Institute, ein weiterer Leiter der Studie. Um den Zeitpunkt dieser Ereignisse noch genauer bestimmen zu können, sind weitere Proben aus umfassenderen Zeiträumen und geografischen Regionen erforderlich.

Moderne Griechen zeigen einige zusätzliche Vermischungen mit anderen Gruppen und eine entsprechende Abnahme der Abstammungsmerkmale von den neolithischen Anatoliern. Zugleich sind sie mit den Mykenern der Bronzezeit eng verwandt. Das lässt vermuten, dass es eine hohe Bevölkerungskontinuität in Griechenland gegeben hat, diese aber nicht isoliert war.

Migrationsbewegungen in der Ägäis

Nach Ansicht der Forscher ist es bemerkenswert, wie beständig die Abstammung der ersten europäischen Bauern in Griechenland und anderen Teilen Südeuropas ist. Das heiße aber nicht, dass die Bevölkerungsgruppen dort vollständig isoliert lebte. „Vor der Zeit der Minoer und Mykener gab es mindestens zwei weitere Migrationsbewegungen in der Ägäis und später zusätzliche Vermischungen. Die Griechen waren immer im Wandel begriffen und erwarben im Laufe der Jahrhunderte genetische Anteile aus verschiedenen Migrationsereignissen, was aber das genetische Erbe der Bevölkerungsgruppen aus der Bronzezeit nicht ausgelöscht hat”, erklärt Iosif Lazaridis von der Harvard Medical School, Erstautor der Studie.

Die Erkenntnisse der Studie tragen dazu bei, einige Aspekte der Beziehungen im Griechenland der Bronzezeit zu erhellen. Die Wissenschaftler hoffen mit weiteren Forschungsprojekten den Ablauf der Ankunft der nördlichen Steppennachkommen – allmählich im Laufe der Zeit oder in Form einer Massenmigration – erhellen zu können.

Von Angela Brünjes

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