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„Millionengrab“ Studentenwohnheim

Studentenwerk „Millionengrab“ Studentenwohnheim

Als „Millionengrab“ hat der Ring christlich-demokratischer Studenten Göttingen (RCDS) die Planungen des Studentenwerkes für ein neues Wohnheim am Nordcampus bezeichnet. Der Vorwurf: Mit Kosten von 67 500 Euro pro Wohnheimplatz setze das Studentenwerk „das finanzielle Volumen verschwenderisch hoch“ an. Nach ersten Rechnungen des Studentenwerkes soll das Wohnheim mit 200 Plätzen 13,5 Millionen Euro kosten.

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Nord-Campus: Hier plant das Studentenwerk, mit dem Bau eines Wohnheims 2015 zu beginnen.

Quelle: Hinzmann

Der RCDS führt Wohnheime in München und Würzburg als Gegenbeispiele auf. Hier liegen die Kosten pro Platz nur zwischen knapp 39 000 Euro und rund 58 000 Euro nach RCDS-Recherchen.

„Was in München geht, muss in Göttingen erst recht zu realisieren sein. Das Studentenwerk sollte seine Pläne einstampfen und mit realistischen, finanzierbaren Zahlen in den Architektenwettbewerb gehen“, sagt der RCDS-Vorsitzende Johan Schrader. Goldene Wasserhähne brauche kein Mensch.

Prof. Jörg Magull, geschäftsführender Vorstand des Studentenwerkes, reagiert mit „großem Befremden“ auf die Vorwürfe. Der RCDS vergleiche „Äpfel mit Birnen“. Bei den vom RCDS genannten Zahlen handele es sich um die „reinen Baukosten“ – also nur die Kosten für Baukonstruktion und technische Anlagen.

Lege man nur diese bei dem Göttinger Bauvorhaben zu Grunde, betragen die Kosten pro Wohnheimplatz hier rund 51 000 Euro statt 67 500 Euro wie vom RCDS vorgerechnet.

Rechne man neben den reinen Baukosten Kosten für Erschließung, Außenanlagen, Ausstattung und Nebenkosten ein, ergeben sich in Göttingen rund 69 000 Euro pro Platz, bei dem vom RCDS angeführten Wohnheim in München 55 000 Euro.

Im Vergleich mit sechs in der jüngsten Vergangenheit gebauten Wohnheimen im Bundesgebiet rangiert Göttingen damit auf Rang drei. Teurer waren in dem Vergleich etwa Plätze in Wohnheimen des Studentenwerkes Oberfranken (75 000 und 70 000 Euro).

Lokale Besonderheiten wie vorhandene Leitungssysteme oder eine komplette Neuerschließung eines Baugrundstückes, wie an der Nord-Uni, veränderten die Baukosten, so Magull.

„Kostentreibende Faktoren“ seien zudem Anforderungen an die Energiesparverordnung. Hier seien für 2013 weitere Anpassungen angekündigt. Magull: „Dies lässt weitere Baukostensteigerungen erwarten.“ Auch habe es „enorme“ Preissteigerungen bei Dämmmaterial und Stahl gegeben.

Hinzu komme, dass in der Kalkulation der reinen Baukosten für den Neubau auch der Bau einer Tiefgarage für eine Million Euro und einer Photovoltaikanlage für 600 000 Euro eingeflossen sind. Detailplanungen sollen ab 2013 aufgenommen werden.

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