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Mit Blaulicht gefährlichem Blasenkrebs auf der Spur

Krebserkennung Mit Blaulicht gefährlichem Blasenkrebs auf der Spur

Eine neue Methode zur Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs setzt seit kurzem die Abteilung Urologie des Göttinger Universitätsklinikums ein. Das aktuelle Verfahren setzt auf die Kombination von Blaulicht und einer fotoaktiven Substanz, dem Hexaminolaevulinat.

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Tumor und Ausläufer: Unter Blaulicht deutlich zu erkennen.

Quelle: umg

45,6 Prozent der Patienten mit einem oberflächlichen Harnblasenkrebs erkranken trotz einer Behandlung wieder daran. Diese hohe Rückfallrate hat die Göttinger Urologen alarmiert. Mit den etablierten Standardverfahren zur Diagnostik scheinen sich nicht alle Formen des Harnblasenkrebses komplett finden zu lassen.

„Die zusätzliche fotodynamische Diagnostik mit Hexaminolaevulinat hilft uns, Blasenkrebs sehr viel besser und genauer als mit dem bisherigen Standardverfahren zu erkennen. Unter dem blauen Licht leuchtet nun der Blasenkrebs erkennbar. Er lässt sich damit von der gesunden Blasenschleimhaut unterscheiden. Der Vorteil: Bösartige Veränderungen, die wir sehen, lassen sich auch gleich entfernen“, sagt Prof. Rolf-Hermann Ringert, Direktor der Abteilung Urologie. Als „Goldstandard“ in der Diagnostik des Blasenkrebses gilt bisher die Kombination von Zytologie und Weißlicht-Zystoskopie. „Die hohen Rückfallraten haben jedoch gezeigt, dass wir mit der Standard-Zystoskopie nicht alle bösartigen Veränderungen entdecken. Die Weißlicht-Zystoskopie ist daher für den Nachweis aller Blasentumoren nicht optimal“, sagt Prof. Ringert.

Herzstück der Methode ist eine fotoaktive Substanz: das Hexaminolaevulinat. Sie wird etwa eine Stunde vor der bisherigen Standardtherapie durch einen Katheter in die Blase eingebracht. Die Krebszellen der Harnblase nehmen die fotoaktive Substanz auf. Durch die verstärkte Ansammlung fotoaktiver (fluoreszierender) endogener Porphyrine leuchten die Tumore unter blauem Licht rot und heben sich von der gesunden Blasenschleimhaut ab. „Dieses Phänomen macht die Hexaminolaevulinat–Zystoskopie zu einer sehr feinen diagnostischen Methode“, sagt Dr. Hagen Loertzer, leitender Oberarzt in der Abteilung Urologie.
Sehr viel genauer erkennen lässt sich mit der neuen Methode jetzt der gefährliche oberflächliche Harnblasenkrebs, das Carcinoma in Situ (CIS), eine aggressive Sonderform des Blasenkrebses. Er macht zehn Prozent aller oberflächlichen Harnblasenkrebse aus. Diese Krebsform zeigt sich als flach im Schleimhautniveau gelegene Läsion, und ist zystoskopisch häufig nur schwer sichtbar.

Dies belegen die Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten Multizenterstudie mit 766 Patienten weltweit. Alle Patienten dieser Studie waren an einem oberflächlichen Harnblasenkrebs erkrankt. In 46 Prozent der Fälle wurde das gefährliche CIS–Karzinom mit der Blaulicht-Methode besser erkannt. Dadurch konnte deutliche Reduktion der Rückfallrate von 11 Prozent gegenüber der Standard-Zystoskopie mit Weißlicht erzielt werden.
CIS ist der zweithäufigste Tumor bei Blasenkrebs. Er gilt als aggressiv und verhält sich unvorhersehbar. „Dieser Charakter des Tumors birgt das erhöhte Risiko für einen Rückfall. Sein Nachweis ist deshalb von besonderer Bedeutung für die Behandlung von Blasenkrebs“, erklärt Loertzer. Darüber hinaus zeigte sich, dass mit der neuen fotodynamischen Methode insgesamt bei 30 Prozent mehr Patienten ein Blasenkrebs gefunden werden konnte.

chb/umg

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