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Nachtarbeit gegen krankhafte Aufschieberitis

Hilfe für Studenten Nachtarbeit gegen krankhafte Aufschieberitis

Viele Studenten leiden unter einer speziellen „Krankheit“, die sich besonders häufig in den Semesterferien bemerkbar macht: Eine psychische Blockade, die dazu führt, dass Hausarbeiten immer wieder hinausgeschoben werden. Bei einer ungewöhnlichen Nachtschicht konnten jetzt Studierende lernen, Gegenstrategien gegen die „Aufschieberitis“ zu entwickeln.

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Soll die Geister am Abend beleben: Power-Yoga bei der langen Hausarbeit-Nacht für Studenten.

Quelle: Rink

Die Schreibzentren der Universitäten Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt/Oder, Göttingen und Hildesheim haben am Donnerstagabend, 10. März, zu einer „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ angeboten. Die Aktion traf einen Nerv: Allein in Göttingen war der Andrang so groß, dass weitere Räume hinzugenommen werden mussten.

Schon zu Beginn der kollektiven Schreib-Nachtschicht, die von acht Uhr abends bis acht Uhr morgens dauert, strömen die Studierenden in das Lernzentrum. „Wir sind wirklich überwältigt“, sagt David Kreitz, einer der Tutoren und Organisatoren, bei der Begrüßung der mehr als 50 Teilnehmer in Göttingen. Alle haben ihre Laptops und Unterlagen für ihre Arbeit dabei, manche auch einen Schlafsack, um gegebenenfalls zwischendrin ein Nickerchen einlegen zu können. Im Aufenthaltsraum gibt es Tee, Kaffee, Kekse und Fünf-Minuten-Terrinen für den schnellen Hunger.

Alle wollen in dieser Nacht das schaffen, was ihnen sonst so schwer gelingt: Mehrere Stunden konzentriert am Text arbeiten und dabei ein ganzes Stück vorankommen. Nadia Gimpel hat sich für die Nacht viel Proviant eingepackt, sie brütet über eine Hausarbeit zur Geschlechterforschung. „Ich verspreche mir sehr viel von dieser Aktion, die Atmosphäre hier ist einfach anders“, sagt sie. Auch die Geowissenschaftlerin Bianca Wagner hat hohe Erwartungen. „Das ist eine ganz andere Motivation, als wenn man sich zuhause nach dem Abendbrot an den Schreibtisch setzt.“ Patrick Drube studiert an der juristischen Fakultät und arbeitet sich an der fünften Hausarbeit ab. „Für mich ist das Schreiben eigentlich jedes Mal ein Problem“, sagt er.

Wer nicht weiterkommt und Hilfe braucht, kann sich an die Schreibberater wenden. Es gibt viele Gründe für quälende Schreibblockaden. Manche haben das Problem, dass sie nicht wissen, was sie mit dem gesammelten Material eigentlich anfangen wollen. Andere brauchen Hilfe bei der Strukturierung ihres Textes. „Wir versuchen in unserer Beratung zu vermitteln, wie der Prozess des Schreibens funktioniert“, sagt Melanie Brinkschulte vom Internationalen Schreibzentrum der Universität Göttingen. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe.“
Um die Geister zwischendrin zu beleben, bieten die Organisatoren verschiedene Pausen-Aktivitäten an. Um 22 Uhr gibt es „Power-Yoga“. Eng gedrängt legen sich zahlreiche Studenten im Flur auf Isomatten auf den Boden. „Lasst eure Gedanken einfach ziehen wie die Wolken am Himmel“, ermuntert sie Trainerin Jana Gutendorf. Das Training endet mit einigen Stretch-Übungen, die Verspannungen lösen sollen. Dann ist wieder überall nur das Geklapper der Tastaturen zu hören.

Im Verlauf der Nacht leeren sich die Räume, doch eine ganze Reihe hält bis zum frühen Morgen durch. Zur Belohnung gibt es ein üppiges Sektfrühstück. Patrick Drube hat vorher noch an dem Sonnenaufgangsspaziergang teilgenommen. Jetzt ist er begeistert, wie viel er in dieser Nacht geschafft hat. „Ich hatte einfach zu viel Material in meinem Text und habe mühsam insgesamt zwölf Seiten weggekürzt“, erzählt er. Für ihn hat sich das Durchhalten gelohnt: „Eine Super-Atmosphäre, nette Leute und trotzdem produktiv.“

Von Heidi Niemann

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Hausarbeiten, Referate, Abschlussarbeiten oder Protokolle – oft werden die erst kurz vor der Abgabe fertig, weil die Verfasser unter „Aufschieberitis“ leiden. Zum dritten Mal bietet die Universität Göttingen für Studierende eine  „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ an von Donnerstag, 7. März, um 18 Uhr bis Freitag, 8. März, um 1 Uhr.

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