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Nicht nur schneller, fitter, besser

Vorlesungsreihe schließt mit Diskussion ab Nicht nur schneller, fitter, besser

Ist Sport immer gesund? Wieviel Müßiggang brauchen wir? Soll Gesundheitsförderung immer an die Eigenverantwortung appellieren oder müssen die Rahmenbedingungen gesundes Verhalten einfacher machen? Unter anderem diese Fragen diskutierten Studierende zum Abschluss einer Vorlesungsreihe des Healthy Campus.

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Quelle: GT

Göttingen. Angebote und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bei Studenten zu entwickeln und zu erproben: das ist Aufgabe von Healthy Campus, einem Pilotprojekt der Universität Göttingen, initiiert und geleitet durch den Hochschulsport. In der Reihe „Gesund leben, studieren und arbeiten“, organisiert von Sabrina Rudolph und Dr. Arne Göring, haben Gesundheitsexperten Einblicke in ihre Fachbereiche gegeben. Gesundheitssport, Fruchtzucker, Schlaf, Stressbewältigung und Sucht waren Themen der Vorträge.

Gummibärchen, Schokolade, Fertigpizza, Cornflakes oder Käse? Wo ist am meisten Zucker drin? Zucker und Ernährung spielten in der Diskussion zum Semesterende eine große Rolle. Schon ein halber Liter seiner Apfelschorle, enthalte ja einen großen Teil der Zuckermenge, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle, so ein Student. Das wisse er natürlich. Trotzdem trinke er sie. Das Wissen, was gesund ist und was nicht, sei ja da. Mehr Information werde also sehr wahrscheinlich nicht dazu führen, dass weniger zuckerhaltige Produkte gegessen und getrunken werden. Was könne man besser machen, was könne an der Uni besser gemacht werden, fragt Göring. In der Mensa, so die Studierenden, da funktioniere die Auszeichnung der Lebensmittel ja schon. Problematisch seien die Cafeterien. „Da gibt es die Sachen, die man schnell mal so mitnimmt.“ Und gerade die seien oft besonders süß und fett.

Diskutiert wurde auch, ob eine Steuer auf Zucker sinnvoll sei. Die Weltgesundheitsorganisation rät Regierungen, zuckerhaltige Getränke mit einer Sondersteuer von mindestens 20 Prozent zu belegen. Die Abgabe könne zu einem spürbaren Rückgang des Zuckerkonsums führen. Erfolgreich sei das schwedische Kennzeichnungsmodell. In dem skandinavischen Land prangt auf Lebensmitteln, die wenig Fett, Zucker oder Salz enthalten, aber reich an Ballaststoffen sind, ein grünes Schlüsselloch. Die Studierenden schwanken zwischen Appellen und Steuer.

Kritische Anmerkungen wurden geäußert zum Thema Fitness und Körperbild, Normen. Ein reflektierter Umgang mit diesen Themen sei auch im Hochschulsport wichtig, ergänzt Göring. 80 Prozent der Studierenden, die im Hochschulsport angemeldet sind, bevorzugen Angebote, bei denen sie sich schnell auspowern können. Dahinter stehe sicher häufig der Wunsch einem gängigen Körperbild zu entsprechen. „Gesundheitsförderung ist ambivalent.“ „Wir wollen die Studis ja nicht nur schneller, fitter und besser machen“, um aus ihnen besonders erfolgreiche Leistungsträger zu machen“, so Göring.

Beim Thema Stressbewältigung sehen Seminarleiter und Studierende, dass das gern auf den Einzelnen abgeschoben werde. Die Studis lernen sich zu organisieren, üben Entspannungstechniken ein und gehen zur Beratung. Häufig aber produzieren die Studienbedingungen den Stress: Mehrere Klausuren in einer Woche, keine Absprache zwischen den Fächern. Und kaum ein Dozent gehe auf all die tollen Tipps zum Lernen mit Bewegung und gezielten kurzen Pausen ein.

Göring und Rudolph sind zufrieden mit der Resonanz der Vortragsreihe. Meist seien gut 50 Zuhörer dabei gewesen. Das Angebot solle erweitert werden, im nächsten Semester mit neuen Themenbereichen und weiteren Referenten.

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