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Niedersachsens erster Raum für digitale Tests an Uni Göttingen

100 Plätze für E-Prüfungen Niedersachsens erster Raum für digitale Tests an Uni Göttingen

Schneller und objektiver soll es künftig bei Klausuren an der Georg-August-Universität zugehen. Das Bild des Dozenten, der sich über die nicht leserliche Schrift seiner Studierenden beschwert, wird demnach genauso verschwinden, wie die prüfungsbedingte Papierflut.

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Blauer Bereich mit Plätzen 31 bis 53 im neuen Prüfungsraum: Sara-Sophie Scharnhorst (links) bei einem Testlauf im Fachraum.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Grund dafür ist der erste elektronische Prüfungsraum (E-Prüfungsraum) in Niedersachsen, der am Mittwoch in der Universität Göttingen eröffnet worden ist.

Die rund 100 Arbeitsplätze sind mit Monitoren, Einzelcomputern und einem Sicherheitskonzept ausgestattet, sodass Studierende ihre Klausuren ohne Stift und Papier ablegen können sollten. Prof. Wolfgang Lücke, Vizepräsident der Universität Göttingen, erläutert zunächst, dass der neue Prüfungsservice Teil der Maßnahmen „Göttingen Campus-Plus“ und „E-Cult“ im Qualitätspakt Lehre sei und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt wird.

Er sieht die Vorteile des neuen Systems: „Die Studienbedingungen werden verbessert. Neben neuen Möglichkeiten gibt es auch eine schnellere Erfassung der Ergebnisse.“

Dieses unterstreicht auch Sara-Sophie Scharnhorst. „Kurz nach der Klausur weiß man noch, was man geschrieben hat. So kann jeder für sich die gemachten Fehler besser erfassen“, sagt die wissenschaftliche Hilfskraft des E-Learnig-Services.

Über 3 Millionen Euro investiert

Die Umsetzung des Raums scheint gut geplant zu sein. „Es gab viel Kritik, dass die Universität Göttingen noch nicht so weit ist, wie sie sein sollte“, erklärt Markus Hoppe, Vizepräsident der Universität, und bezieht sich auf die potenziellen Möglichkeiten des E-Learnings. So gab es seit 2008 eine konzeptionelle Herangehensweise an das Projekt, bei der viele Ausschüsse tagten und viel geplant und verbessert worden ist.

Geld ist auch geflossen. Für das gesamte E-Learning-Projekt – also über den Prüfungsraum hinaus– wurden über 3 Millionen Euro investiert. Der Umbau und die Ausstattung des E-Prüfungsraums wurden mit 250 000 Euro aus Mitteln des Hochschulpakts finanziert. Das Gebäudemanagement wandte 90 000 Euro für die technische Infrastruktur des Gebäudes auf.

Die ersten Studierenden schrieben bereits Anfang Februar Klausuren mit dem neuen System. Einwände wie „Ich komme mit dem System nicht zurecht“ wird mit Probeklausuren vor der eigentlichen Prüfung begegnet. Auf diese Weise sollen Studierende die neue Prüfungsart kennenlernen.

Für einen reibungslosen Ablauf sind die Arbeitsplätze nummeriert und sogar durch unterschiedlich farbige Teppiche gekennzeichnet. Die Klausurgestaltungen können vielfältig sein. Von der Multiple-Choise-Klausur und dem normalen Text bis zu Grafiken und Filmen ist vieles möglich. Das Internet ist im Prüfungsmodus der Computer nicht verfügbar. Bestimmte Hilfsprogramme, wie ein Taschenrechner, können nach Freigabe genutzt werden.

Studierende können bereits beantworteten Fragen im weiteren Klausurenverlauf erneut aufrufen. Für welche Fächer diese Prüfungsart geeignet ist, muss sich noch herausstellen. Direkte Notizen auf den Ausführungen sind durch die digitale Form nicht möglich. Dafür soll es weiterhin Stift und Papier geben.

Von Friedrich Schmidt

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