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Nobelpreis für Suche nach Grundprinzipien

Wirtschaftswissenschaftlerin Ostrom Nobelpreis für Suche nach Grundprinzipien

Sie hat für ihre Forschung viele Reisen unternommen, um Methoden von Produktionsgemeinschaften zu vergleichen und Grundprinzipien für den Umgang mit Ressourcen zu entwickeln. Derzeit ist Prof. Elinor Ostrom in Stockholm: Dort erhält die 76-jährige Amerikanerin heute den 41. Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

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Anbau von Mais und Bohnen in Guatemala: Produktionsgemeinschaften und ihren Umgang mit den Gemeingütern hat Nobelpreisträgerin Ostrom in aller Welt untersucht.

Quelle: dpa

Im Juli war Ostrom in Göttingen zur Eröffnung des Labors für Verhaltensökonomik von Prof. Claudia Keser. Ostrom sprach damals über Theorie und Experiment bezogen zum Gemeingut und traf ihren Kollegen Prof. Reinhard Selten sowie mit Gastgeberin Keser eine Bekannte wieder, die für ihre Dissertation an Ostroms Institut in Bloomington war.

Selten, 1994 für seine Spieltheorie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, gehört wie Ostrom zu den Wirtschaftswissenschaftlern, die praxisrelevante Forschung betreiben. Ostrom hat sich seit ihrer Doktorarbeit, die sich mit Strategien für Unternehmen in Los Angeles befasste, der lösungsorientierten Forschung verschrieben. Sie will wissen, wie knappe Ressourcen am besten genutzt werden. Die Wissenschaftlerin der Indiana Universität in Bloomington (USA) beschäftigt sich zum Beispiel mit sogenannten Allmendegütern – also knappen Gütern, von deren Nutzung niemand ausgeschlossen werden kann und bei denen die Gefahr besteht, dass sie „übernutzt“ werden. Beispiele sind öffentliche Straßen oder Fischbestände.

Die Humboldt-Stiftung würdigte Ostrom im Frühjahr als „weltweit führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Institutionenanalyse mit Schwerpunkt auf der Nutzung von Gemeinschaftsgütern“ wie Grundwasservorkommen oder Wald- und Weidegebiete. Ostrom setze bei ihren Analysen „auf die Lösung von Problemen der Ressourcenökonomik eher durch lokale Institutionen als durch staatliche Regelungen oder Marktmechanismen“.

Die Theorien und Gesetze des Marktes überprüft auch Keser, die 2008 auf die Professur für Mikroökonomik an der Georg-August-Universität berufen wurde. In ihrem Experimentallabor werden ökonomische Theorien mit Versuchspersonen getestet. „Weshalb verhalten sich Menschen anders als die Theorie, wollen wir herausfinden“, erklärt Keser. Dabei befasst sich Keser auch mit dem Umgang der Menschen mit Vertrauen und Reputation.

Dass Ostrom Nobelpreisträgerin ist, freut Keser: „Zuerst für die Wirtschaftswissenschaften. Dass Elinor Ostrom den Preis als erste Frau erhält, kommt danach.“

Von Angela Brünjes

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