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Nobelpreisträger zur Hausen über Krebs und Infektionen

Vortrag Nobelpreisträger zur Hausen über Krebs und Infektionen

Verschiedene Auslöser für Infektionen werden heute für die Entstehung von Krebserkrankungen verantwortlich gemacht, von Viren über Bakterien bis hin zu Parasiten. Mit Prof. Harald zur Hausen konnte das Universitäts-Krebszentrum Göttingen, das am Donnerstag, 24. Februar, feierlich eröffnet wurde, noch am Abend den Nobelpreisträger für Medizin aus dem Jahr 2008 als Gastredner zum Festvortrag begrüßen.

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Impfstoff gegen Krebs entwickelt: Harald zur Hausen.

Quelle: Heller

Der am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg tätige Wissenschaftler trug zum Kernthema seiner langjährigen Forschungstätigkeit vor: „Infektionen und Krebs – Neue Wege der Krebsprävention“.

Da die Latenzzeiten, also die Zeiträume, die zwischen Infektion und möglicher Krebsbildung vergehen, sehr lang sind, benötigen wissenschaftliche Untersuchungen zu denkbaren Zusammenhängen lange Phasen. Aber, so zur Hausen, keine Infektion sei für sich alleine für Krebs verantwortlich. Entscheidend sei das Zusammenspiel mit genetischen Veränderungen in Zellen. „Krebs ist eigentlich immer ein Unfall“, resümierte der Nobelpreisträger. Denn die Erkrankung nutze weder dem Virus noch dem Wirt.

Für gut 20 Prozent der Krebserkrankungen machen Wissenschaftler heute Infektionen als Grundlage verantwortlich, unter anderem bei Gebärmutterhalskrebs oder Leberkrebs. Bei diesen zwei Varianten ist heute sogar bereits Schutz durch Impfungen möglich – wegweisend hierfür waren zur Hausens Arbeiten.

Impfungen gegen Hepatitis B-Viren im Hinblick auf Leberkrebs und gegen Papillomviren zur Vorsorge vor Gebärmutterhalskrebs zeigen nachweisbare präventive Effekte. Anders als in der öffentlichen Diskussion häufig dargestellt, zeigten die Impfungen bis auf extrem wenige Ausnahmen keine Nebenwirkungen, betonte zur Hausen. Ein weiterer Vorteil der Impfungen laut zur Hausen: „Diese Art der Prävention erfordert keine Änderung des Lebensstils.“

Dass ein bewusster Lebensstil, gerade bezüglich der Ernährung, aber doch einen wichtigen präventiven Aspekt darstellt, zeigte der Redner am Beispiel von rotem Fleisch, dessen häufiger Verzehr zu den Risikofaktoren für verschiedene Krebsarten zählt. Entscheidend seien hierbei aber weniger die beim Grillen entstehenden chemischen Substanzen als vielmehr deren Kombination mit infektiösen Faktoren wie den im Fleisch noch vorhandenen Viren, so vermuten zur Hausen und seine Kollegen.

Das Fazit von zur Hausen: Infektionen sind bedeutsam bei der Entstehung von Krebs, sind weltweit ein beachtenswerter Risikofaktor. Sie bieten aber auch die Möglichkeit, gezielt präventiv tätig zu werden oder therapeutische Ansätze zu finden: Weitere wissenschaftliche Schritte, zu denen der erfahrene Forscher die zahlreichen Studierenden im Publikum lebhaft ermunterte.

Von Isabel Trzeciok

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