Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Passive Impfung soll Alzheimer stoppen

Projekt von Göttinger Forschern Passive Impfung soll Alzheimer stoppen

Göttinger Forscher haben einen viel versprechenden Therapieansatz für die Behandlung der Alzheimer Krankheit entwickelt.

Voriger Artikel
„Dem Gedächtnis auf der Spur“
Nächster Artikel
Querdenkern wie Keynes viel zu verdanken

Untersuchen Möglichkeiten der Immunisierung: Prof. Bayer und Dr. Oliver Wirths (rechts) betrachten auf einem Monitor Hirnzellen, die von Alzheimertypischen Plaques (rot) umgeben sind.

Quelle: Hinzmann

Göttingen . Das Team unter der Leitung von Prof. Thomas Bayer von der Universitätsmedizin hat nach eigenen Angaben die weltweit ersten Antikörper hergestellt, die giftige Eiweiß-Varianten erkennen können, die sich vor allem in den Nervenzellen und an Blutgefäßen von Alzheimer-Patienten anhäufen.

Die Antikörper binden diese Eiweiß-Verklumpungen, die anschließend von Fresszellen unschädlich gemacht werden. Die bisherigen Untersuchungen am Maus-Modell hätten gezeigt, dass eine solche passive Immunisierung das Fortschreiten der Krankheit stoppen könne, sagte Bayer bei einer Pressekonferenz des Vereins Alzheimer Forschung Initiative. Die transgenen Mäuse hatten die neu entwickelten Antikörper gespritzt bekommen. Die Injektion bewirkte eine deutliche Stabilisierung ihres Lernverhaltens. Außerdem reduzierten sich die Alzheimer-typischen Eiweißablagerungen, die Beta-Amyloid-Plaques.

Erprobung am Menschen als nächster Schritt

Die Wissenschaftler hoffen jetzt darauf, in einem nächsten Schritt die passive Immunisierung an Menschen erproben zu können. Für eine solche Studie sei man aber auf Kooperationspartner in der Industrie angewiesen, sagte Bayer, der an der Göttinger Universitätsmedizin die Abteilung für Molekulare Psychiatrie leitet. Man befinde sich bereits in Verhandlungen mit Unternehmen aus der Pharma-Branche.

Der Ansatz unterscheidet sich von bisherigen Behandlungsstrategien, die vor allem auf die Bekämpfung der „Plaques“ abzielten, die sich außerhalb der Nervenzellen bilden. Bereits in früheren Studien konnten die Göttinger Forscher nachweisen, dass nicht die Plaques den Zelltod auslösen. Vielmehr wird die zerstörerische Kaskade bereits viel früher in Gang gesetzt. „Übeltäter“ ist das veränderte Eiweiß Pyroglutamat-Abeta-Peptid, das sich in den Nervenzellen bildet und dort wie ein Gift wirkt. Als Folge sterben die Zellen im Hirn ab. Die in Göttingen entwickelten Antikörper richten sich gezielt gegen dieses toxische Eiweiß.

Bewegung hat kaum Auswirkungen

Eine andere von der Alzheimer Forschung Initiative geförderte Göttinger Untersuchung befasste sich mit der Frage, ob regelmäßige Bewegung das Fortschreiten von Alzheimer stoppen kann. Die Vergleichstests mit transgenen Mäusen und gesunden Kontrolltieren ergaben, dass gesteigerte Aktivität zumindest bei der familiären Form der Alzheimer Krankheit kaum Auswirkungen hatte, sagte der Leiter der Studie, Dr. Oliver Wirths. Jetzt wollen die Forscher mit Tiermodellen arbeiten, bei denen sich noch keine Krankheitssymptome zeigen, um zu prüfen, ob körperliche und geistige Aktivität vorbeugend gegen Alzheimer wirkt.

Neu gefördert wird ein Forschungsprojekt, das Dr. Anja Schneider, UMG-Klinik für Psychiatrie, betreibt. Gemeinsam mit dem Hertie-Institut für Hirnforschung in Tübingen erforscht sie die Übertragungswege bei der Ausbreitung der Alzheimer-Erkrankung.

nie

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus