Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
Peter von Matt über Wissenschaftler in der öffentlichen Phantasie

Von Verachtung bis Verehrung Peter von Matt über Wissenschaftler in der öffentlichen Phantasie

Schneider, Wirt, Banker oder Wissenschaftler – über alle Berufe „zirkulieren die Klischees und sind nicht auszurotten“, stellte Peter von Matt fest und machte sich in seinem Festvortrag „Übeltäter, trockne Schleicher, Lichtgestalten: Wissenschaftler in der öffentlichen Phantasie“ daran, das Bild über die Wissenschaftler unter die Lupe zu nehmen.

Voriger Artikel
Science Festival: Impfung gegen krebsauslösende Viren
Nächster Artikel
Dunkle Materie: Unsichtbar und einflussreich

Festvortrag in der Aula: Referent Peter von Matt (rechts) mit Nobelpreisträger Manfred Eigen, Schirmherr des Science Festivals.

Quelle: CH

Göttingen. Bis 2002 war Matt Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich. Als Schriftsteller weiß der Germanist um die Verlockung der Klischees. Gegenüber den Wissenschaftlern sei von Verachtung bis Verehrung alles möglich. Sie seien für die Öffentlichkeit Verbrecher, Narren oder Heilsbringer. Und immer noch werde die Wissenschaft in den ursprünglich als Erotikon später als Mariensymbol gewerteten Elfenbeinturm gesteckt, obwohl mit wissenschaftlichen Arbeitsstätten gar nichts zu tun habe.

Vor allem Worte von Erasmus von Rotterdam und aus  „ Faust“ von Johann Wolfgang Goethe zitierte Matt, um die Häme und Furcht der Öffentlichkeit gegenüber der Wissenschaft zu erläutern. Jener mache sich darüber lustig und lasse die Torheit sagen „von bösen Geistern die Kunst und Wissenschaft erfunden“. Rotterdam ziele damit auch auf die Theologie seiner Zeit, welche „die Lust zu wissen als gefährlich“ eingestuft habe.

Im Faust und anderen literarischen Werken gehe es um Wissenschaftler, bei denen „aus Totalität der Erkenntnis Totalität der Zerstörung entspringt“, so Matt. Damals wie heute führe das zu Ängsten. Diesen Mangel stelle die Wissenschaft zwar fest, könne ihm aber nicht begegnen. Der Grund liege in der Bedingung für höchste Wissenschaft: sich vom gesunden Menschenverstand abheben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Vortrag begeistert Zuhörer

Sieben wissenschaftliche Vorträge hat das Science Festival an zwei Tagen geboten. An der Veranstaltung des Göttinger Experimentallabors für junge Leute, Xlab, nahmen mehr als 1800 Hörer teil. Der vorletzte Vortrag des Festivals hat krebsauslösende Viren und deren Eindämmung zum Thema.

mehr

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus