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Auftakt für 6,5-Millionen-Euro-Projekt

Plasmaforschung in Göttingen Auftakt für 6,5-Millionen-Euro-Projekt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die HAWK-Forschungs- und Innovationspartnerschaft „Plasmatechnologien aus Südniedersachsen – Impulse für ein gesundes Leben“ mit 5,4 Millionen Euro. Zudem investieren 13 Firmen aus der Region 1,1 Millionen Euro in das Projekt.

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Gerd Litfin, Partnerschaftssprecher Physiker und Unternehmer, Wolfgang Viöl, Vizepräsident der HAWK, Sabine ten Hagen-Knauer (BMBF) Stephan Gais, Vorsitzende des Fördervereins Fachhochschule Göttingen, Geschäftsführender Gesellschafter der Mahr GmbH (v.l.)

Quelle: Marks

Göttingen. Plasma-Forschung hat bereits eine lange Tradition in der Stadt Göttingen. So identifizierte zum Beispiel Georg Christoph Lichtenberg als erster Professor für Physik im Jahr 1777 das Plasma in Göttingen. „Plasma gilt mittlerweile als Schlüsseltechnologie in der Industrie mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten“, sagt der Göttinger Physiker, Unternehmer und Sprecher der Partnerschaft „Plasma for Life“, Prof. Gerd Litfin am Dienstag anlässlich der Kick-off-Veranstaltung. Die mannigfaltigen Anwendungsmöglichkeiten seien in der Industrie in Deutschland allerdings noch immer nicht ausreichend bekannt.

Industriell wird Plasma schon seit den 1960-er Jahren in vielen Bereichen eingesetzt. Physikalisches Plasma kann vereinfacht als teilweise ionisiertes Gas angesehen werden, womit sich Oberflächen von Metallen oder Kunststoffen behandeln lassen. Doch in der Plasma-Technologie stecke mehr Potenzial, so Litfin .

Plasma-Forschung nicht sehr verbreitet

„Die Forschung im Bereich Plasma-Technologie ist außer einer Initiative in Rostock in Deutschland allerdings nicht sehr verbreitet, abgesehen vom Standort in Göttingen“, betont Litfin. An der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) soll mit den finanziellen Mitteln des Bundes und der Partnerfirmen die Forschung an Produkten bis zur Marktreife vorangetrieben werden. Die Partnerschaft „Plasma for Life“ bündelt dabei die Potenziale der Laser- und Plasmatechnologie in den Gebieten Oberflächentechnik, Strahlungsquellen, Fluid-Aufbereitung, Materialbearbeitung und Plasmamedizin für Verfahrens- und Produktinnovationen, um diese durch transfer- und umsetzungsorientierte Forschung für die Life Sciences nutzbar zu machen. Die HAWK-Forschung ist dabei auf dem Weg, Volkskrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte mit Hilfe von Plasma-Behandlungen signifikant zu lindern. Plasma-Anwendungen wie Handgeräte zur Wundheilung oder der Plasma-Läusekamm können in den nächsten Jahren zur Selbstverständlichkeit in Haushalt und Handwerk werden.

Am Projekt „Plasma for Life“ beteiligen sich finanziell 13 Unternehmen, davon acht aus Südniedersachsen. Dabei sind Firmen wie Sartorius, Ottobock, Qioptiq, Mahr, Cinogy, Gerresheimer, Trumpf und viele mehr. Das Anwendungszentrum des Fraunhofer IST in Göttingen erhält knapp die Hälfte aller Aufträge aus der Region Südniedersachsen. Die HAWK und das Anwendungszentrum für Plasma und Photonik treiben die Forschung für die Region Südniedersachsen an.

„Dieses Projekt bietet den Partnerfirmen Chancen für den Aufbau zusätzlicher Kompetenzen“, sagt Stephan Gais, Vorsitzender des Fördervereins Fachhochschule Göttingen, Geschäftsführender Gesellschafter der Mahr GmbH. Dies zeigten bereits Erfolge. Die Partnerschaft biete nun die Möglichkeit, nicht nur die Vernetzung zwischen Hochschule und Firmen zu verbessern, sondern zudem auch den Wissenstransfer unter den Partnerfirmen zu verbessern, „weil sich die beteiligten Unternehmen inhaltlich ergänzen und nicht im direkten Wettbewerb miteinander sind“, so Gais. In der Bündelung werde das zu neuen Erkenntnissen führen, ist sich Gais sicher. „Durch dieses Projekt können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern“, betont Gais. Zudem werde der Forschungsstandort Göttingen dadurch langfristig aufgewertet.

„Insbesondere ‚Plasma for Life’ gibt uns die Möglichkeit, international den Anschluss zu halten und vielleicht in dem einem oder anderen Gebiet die Weltspitze wieder zu übernehmen – und das ist für eine Fachhochschule eine großartige Chance“, sagt Projektleiter und Vizepräsident der HAWK Prof. Wolfgang Viöl während des Auftakttreffens mit den Partnerfirmen.

Von Bernard Marks

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