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Prof. Reinhard Feldmeier: Arbeitsgebiete der Akademie der Wissenschaften

Ringvorlesung Prof. Reinhard Feldmeier: Arbeitsgebiete der Akademie der Wissenschaften

„Die Weisheit ist auf einen Raum der Ruhe und Entfaltung angewiesen“, stimmte Prof. Reinhard Feldmeier im Rahmen der Ringvorlesung „Sie befruchtet und ziert. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen – damals und heute“ auf die Vorstellung des aktuellen Programms der Göttinger Einrichtung ein.

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Versammelt zahlreiche philologische Forschungsprojekte unter einem Dach: Das Haus der Akademie der Wissenschaften in der Göttinger Theaterstraße.

Quelle: EF

In seinem Vortrag über „Die großen Forschungsunternehmen der Akademie: Wörterbücher und Editionen“ gab Feldmeier am vergangenen Dienstag in der Aula am Wilhelmsplatz einen Einblick in die „Vielfalt der Projekte“ der  Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die jenen besagten Raum schüfen, so der Professor für Neues Testament, der seit 2006 Mitglied der Philologisch-Historischen Klasse der Akademie ist.

Gemäß ihres Leitgedankens „Fecundat et ornat – sie befruchtet und ziert“ fühle sich die Akademie zuerst der Wahrheit und dann dem Zweck verpflichtet, schickte Feldmeier voraus, bevor er mit einem „Parforceritt“ durch die insgesamt 24 Forschungsvorhaben begann.

Feldmeier

Die Besucher des Vortrages wurden vom Referenten zunächst gedanklich ins ferne „ptolemäische Ägypten“ begleitet, wo in einem von der Akademie betriebenen Forschungsvorhaben die Inschriften des Tempels von Edfu übersetzt, kommentiert und digitalisiert würden. Die von den Ptolemäern geschaffenen Inschriften des Horus-Tempels in Edfu bilden eine der umfangreichsten Sammlungen von hieroglyphischen Texten dieser Zeit und sind daher für die Philologie von großer Bedeutung.

Als weiteres Beispiel für die von der Akademie durchgeführten und betreuten Projekte nannte Feldmeier die „Onomastik im europäischen Raum“ für das seit 2005 die Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe untersucht würden. Die etymologische Aufschlüsselung von Ortsnamen gebe interessante Informationen über die Siedlungsgeschichte.

So deuteten beispielsweise die Namen Westfalens, Bremens und Niedersachsens auffallend auf Beziehungen zwischen europäischen Nachbarländern hin. In 50 Büchern sollen die Namen von bestehenden und vergangenen Orten gesammelt werden.

Bei dem Projekt „Residenzstädte im Alten Reich“, welches sich eher mit sozial- und kulturgeschichtlichen Inhalten von Städten vom Spätmittelalter bis zur frühen Neuzeit beschäftigt, werde die Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde untersucht.

Ziel des Vorhabens sei die Erarbeitung eines analytisch-systematischen Handbuches, das – in drei Abteilungen gegliedert – sowohl ein Verzeichnis bilden als auch soziale Strukturen und die politische Ordnung in den Residenzstädten aufzeigen soll.

Ein wichtiges Element des Akademie-Programms stelle natürlich auch das wohl umfangreichste Lexikon der deutschen Sprache, das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm dar. 1838 von den Göttinger Professoren begonnen und 1960 von Wissenschaftlern abgeschlossen, haben die Göttinger und Berliner Akademien gemeinsam die Neubearbeitung der am stärksten veralteten Teile der Buchstabenstrecke A bis F begonnen. Sie soll voraussichtlich 2016 abgeschlossen sein.

Außerdem von der Akademie betreut werden beispielsweise die Projekte Schleiermacher-Edition, Germania Sacra, Papsturkunden des frühen und hohen Mittelalters, Qumran-Wörterbuch und Sapere (Schriften der späteren Antike).

Feldmeier schloss seinen Vortrag fachgemäß mit einem theologischen Zitat aus Salomos Hymnus der Weisheit: „Als er die Himmel bereitete, war ich da, (…) als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit.“

Von Anna Kleimann

Den Abschlussvortrag der Ringvorlesung hält der Jurist Prof. Christian Starck von der Georgia Augusta am Dienstag, 5. April, um 18.15 Uhr. Sein Thema lautet: „Die Akademie der Wissenschaften in der Zukunft“.
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