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Querdenkern wie Keynes viel zu verdanken

Arbeitsmarkt der Zukunft Querdenkern wie Keynes viel zu verdanken

Die Hartz-Reformen in Südeuropa durchzusetzen, macht aus arbeitsmarktpolitischer Sicht Sinn“, meint Prof. Michael Burda, Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik. Allerdings, so gibt der Berliner Makroökonom am Rande der Jahrestagung des Vereins in Göttingen zu bedenken, ließen sich so einschneidende Reformen in einer Demokratie nicht einfach über die Köpfe der Menschen hinweg durchführen.

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Quelle: dpa

Göttingen. So etwas brauche Zeit. Auch in Deutschland seien große Widerstände zu überwinden gewesen. Den Griechen werde schon heute viel zugemutet. Zudem ließen sich die Früchte solcher Anstrengungen nicht gleich ernten, betont Burda.

Überrascht zeigt sich der gebürtige Amerikaner von der „pluralistischen Ergänzungsveranstaltung“ in Göttingen zeitgleich zur Vereinstagung. Ein „offenes Zelt“ biete die größte Vereinigung von Wirtschaftswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum, erklärt der Wissenschaftler. Auch Querdenker seien willkommen. Die Disziplin habe „Querdenkern“ wie Karl Marx, John Meynard Keynes oder Friedrich August von Hayek viel zu verdanken. Gute Ansätze, die einst von Außenseitern vertreten worden seien, gehörten heute zum Unterrichtsstoff. Als Beispiele nennt Prof. Gebhard Kirchgässner, Universität St. Gallen, die empirische Ökonomie oder die Wertethik. Auf keinen Fall sei es so, dass die Volkswirtschaftslehre eine „bornierte Disziplin“ sei, die bestimmte Themen totschweige, stellt Burda klar.

1000 Papiere sind eingereicht worden

430 Vorträge werden im Rahmen der dreitägigen Jahrestagung gehalten. 1000 Papiere sind eingereicht worden. Mehr als 800 Menschen nehmen an den Veranstaltungen teil, darunter auch Mitarbeiter aus Ministerien und anderen Verwaltungen. „Wir belegen 22 Räume“, berichtet die Göttinger Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Renate Ohr, die für die Organisation mitverantwortlich zeichnet.

Der Verein für Socialpolitik hat sich in Göttingen einen Verhaltenskodex gegeben. Künftig sollen Mitglieder Finanzierungsquellen offen legen, die zu einer Befangenheit des Wissenschaftlers führen können. Zum Hintergrund: In den USA haben Kollegen zum Teil hohe Summen von der Finanzindustrie angenommen und dann einseitige Arbeiten verfasst. „Es ist schwierig, da nicht von Bestechung zu sprechen“, kritisiert Kirchgässner.

Außerdem sollen Mitglieder in Zukunft Dritten ihre Datensätze zur Verfügung stellen, damit ihre Arbeiten überprüft werden können. Außerdem verpflichten sich die Mitglieder des Vereins, sauber zu zitieren. „Eigentlich Selbstverständlichkeiten“, kommentiert Prof. Monika Schnitzer aus München, Burdas designierte Nachfolgerin, die neuen Vorgaben.

Von Michael Caspar

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