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Rösler will mehr Medizin-Studienplätze

Doppelter Ministerbesuch Rösler will mehr Medizin-Studienplätze

Beim Neujahrsempfang der Universitätsmedizin Göttingen war Bundesgesundheitsminister Phillip Rösler Hauptredner. Er nutzte die Gelegenheit, vor Medizinern und Vertretern aus Politik und Verbänden sein Modell darzustellen.

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Gesundheitsminister vom Fach: Augenarzt Rösler (links) untersucht den Augenhintergrund von Student Markus Wagner.

Quelle: Theodoro da Silva

Die Frage der Organisation ist wichtiger als die der Finanzierung“, meint Dr. Philipp Rösler hinsichtlich der von ihm als Bundesminister für Gesundheit geplanten Reform. Die Tätigkeit als Arzt insbesondere in ländlichen Gebieten will er durch andere Abrechnungsmodelle attraktiv machen.

Der Patient interessiere sich nicht für Versorgungssektoren oder Abrechnungsregelungen, sondern wolle gut versorgt werden, umriss Rösler seine Intention der Gesetzesänderungen. Die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi, die beim Eintreffen des Ministers im Eingangsbereich und später an den Fenstern der Mensa ihre Plakate zeigten, waren anderer Meinung: „Ihre Politik macht uns krank“, lautete die Kritik an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung, weil sie das Budget der Krankenhäuser kürze.

Niedersachsens Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan (CDU), betonte in ihrem Grußwort, dass die Universitätsmedizin in drei Jahren in Folge eine Bilanz mit schwarzen Zahlen vorgelegt habe: „So ein Ergebnis ist in der deutschen Hochschulmedizin nicht selbstverständlich“. Özkan hob die Zusammenarbeit bei Organtransplantationen mit dem Nephrologischen Zentrum in Hann. Münden hervor und den geplanten Ausbau des Klinikums.

Rösler, der am Vormittag das Nephrologische Zentrum in Hann. Münden besucht hatte, erklärte: „Wir brauchen nicht nur Neubauten, sondern auch mehr Studienplätze im Bereich Human- und Zahnmedizin.“ Er appellierte an Kliniken und Hochschulen, die Auswahl der Studenten zu überdenken und neben der Abitur-Note andere Kriterien zuzulassen.
In Göttingen, so Rösler, „muss ich keine Vorschläge machen“ hinsichtlich seiner Forderungen nach mehr Praxisbezug im Medizinstudium. Von den Möglichkeiten Göttinger Medizinstudenten überzeugten sich Rösler und Özkan anschließend im „Studentischen Trainingszentrum Ärztlicher Praxis und Simulation“ (Stäps). Im mit Studiengebühren finanzierten Stäps können Studenten wichtige medizinische Fertigkeiten trainieren. Rösler, der 1993 bis 1999 Medizin studierte, nannte das Angebot „großartig“. Dass das Stäps mit Studiengebühren finanziert worden sei, zeige, dass das Prinzip der Beiträge funktioniere.

Wie in Hann. Münden nahm sich Rösler auch im Klinikum Zeit für ein Patientengespräch auf der Palliativstation. Die Station sei ein Beispiel für sehr viel persönliches Engagement. Die Pläne einer Tagesklinik der Palliativmedizin, die Klinik-Vorstand Dr. Martin Sies und Oberarzt Dr. Bernd Alt-Epping vorstellten, beeindruckten Rösler.

Beeindruckend war zu Beginn des Neujahrsempfangs auch das Manuskript in Form einer Schriftrolle des Klinik-Vorstandsvorsitzenden und Dekans Prof. Cornelius Frömmel. Der verkündete wichtige Ereignisse des vergangenen Jahres: Dazu gehörten die 395 Absolventen, die Eröffnung des Herzforschungszentrums, der Umzug der Dermatologie, die gesicherte Finanzierung des Neubaus und besondere Forschungsergebnisse.

Von Angela Brünjes

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