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Rückgabe von NS-Raubgut: SUB Göttingen übergibt 38 Bücher

Universitätsbibliothek Posen Rückgabe von NS-Raubgut: SUB Göttingen übergibt 38 Bücher

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) hat der polnischen Universitätsbibliothek Posen 38 Bücher übergeben, die während der Zeit des Nationalsozialismus in den Bestand der Göttinger Bibliothek aufgenommen worden waren.

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Links: Mit Ausscheidevermerk: Eines der an Posen zurückgegebenen Bücher. / Rechts: Deutlicher Hinweis: Stempel der Universitätsbibliothek Posen.

Quelle: pug

Göttingen. Die Bücher, die den Besitzstempel der Universitätsbibliothek Posen tragen, waren zwischen 1941 und 1943 von der Reichstauschstelle und von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaften aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten nach Göttingen übersandt worden. Die nun an die Eigentümer zurückgegebenen Bücher hatten SUB-Mitarbeiter im Rahmen eines Projekts zur Ermittlung von NS-Raubgut in den Beständen aufgespürt.

Bei den 38 Büchern handelt es sich überwiegend um wissenschaftliche Gebrauchsliteratur oder zeitgenössisches Kleinschrifttum aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das thematische Spektrum reicht von einer Amtsdruckschrift des Völkerbundes aus dem Jahr 1926 über das Gesundheitswesen in Australien bis hin zu einem englischen Handbuch zur griechischen Verfassungsgeschichte aus dem Jahr 1896.

„Wir waren sehr überrascht, als wir von der Göttinger Bibliothek die Nachricht erhielten, dass sich dort Bücher aus unserem Bestand befinden. Wir danken der Bibliothek für die Restitution der Bände“, sagt der stellvertretende Direktor der Universitätsbibliothek Posen Aleksander Gniot.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese Bücher nun unseren Posener Kollegen übereignen konnten. Unser Ziel ist es, möglichst viele Bücher, die wir in unseren Beständen als NS-Raub- und Beutegut ermittelt haben, ihren rechtmäßigen Eigentümern restitutieren zu können“, erläutert SUB-Direktor Prof. Norbert Lossau.

Bereits im April 2011 hatte die SUB 72 Bücher des SPD-Politikers Dr. Heinrich Troeger an die Friedrich-Ebert-Stiftung übergeben.

Zwischen 2009 und 2011 führte die SUB mit Unterstützung der Arbeitsstelle für  Provenienzrecherche und -forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein Projekt zur Ermittlung von NS-Raubgut in ihren Beständen durch, in dessen Rahmen rund 1   100 Bücher als eindeutige oder verdächtige NS-Raubgutfälle ermittelt wurden.

Sämtliche dieser Fälle wurden der Internetdatenbank der Koordinierungsstelle für Kulturgutverlust „Lost Art“ gemeldet und können zudem im Göttinger Universitätskatalog recherchiert werden. Auch nach Abschluss des Projekts setzt die SUB ihre Bemühungen fort, unrechtmäßig erworbene Bücher ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückzuerstatten.

pug

Weiter Informationen unter: sub.uni-goettingen.de/wir-ueber-uns/portrait/geschichte

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