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Schuppentier-Populationen unter Druck

Dramatischer Anstieg der Jagd Schuppentier-Populationen unter Druck

Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist extrem gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter Beteiligung der Universität Göttingen herausgefunden. Danach verschwinden bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich in Afrika.

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Schuppentier im Zoo Leipzig. Der Zoo will die gefährdete Tierart züchten.

Quelle: dpa

Göttingen. Das Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Universität Sussex nutzte Daten von 113 Regionen in 14 afrikanischen Ländern, um jährliche Jagdstrecken lokal ansässiger Jäger zu schätzen. „Besorgniserregend ist, dass die sich langsam reproduzierenden und stärker als Elfenbein nachgefragten Schuppentiere einen immer stärkeren Anteil an allen in Zentralafrika bejagten Arten ausmachen“, so Dr. Matthias Waltert, Naturschutzbiologe an der Universität Göttingen und Co-Autor der Studie. In Zentralafrika stieg zwischen 1970 und 2014 der Anteil der verschwundenen Schuppentiere um 150 Prozent. An der Studie beteiligten  sich auch Naturschutzorganisationen. Ihre gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Conservation Letters erschienen.

Matthias Waltert

Matthias Waltert

Quelle: r

Die Forscher stellen zudem fest, dass Schlingen immer noch zum Fang genutzt werden, obwohl diese Jagdmethode in den meisten zentralafrikanischen Ländern illegal ist, teilte die Universität Göttingen mit. Afrikanische Schuppentiere werden in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet sowohl zur Nahrungsversorgung als auch im Rahmen traditioneller Medizin genutzt.

„Neueste Studien zeigen auch, dass es einen zunehmenden Handel afrikanischer Schuppentiere in einige asiatische Staaten gibt“, so Waltert. Laut der Studie stieg der Preis für Schuppentiere in städtischen Märkten seit den 1990er-Jahren an. Privatdozent Waltert: „Für die am stärksten nachgefragte Art, das Riesenschuppentier, stieg der Preis trotz hohem Schutzstatus sogar um das 5,8-fache an.“

Die Wissenschaftler fordern die Regierungen des afrikanischen Kontinents dazu auf, die Kapazitäten zur Durchsetzung der internationalen Handelsbeschränkungen zu erhöhen, entsprechende Naturschutzerziehung und Öffentlichkeitsarbeit zu forcieren sowie den Zustand von Schuppentierpopulationen regelmäßig zu erfassen. „Afrikanische Schuppentiere sind bedroht und könnten ähnlich drastische Rückgänge erfahren wie ihre asiatischen Verwandten, wenn nicht bald sowohl auf Ebene der Regierungen als auch lokal gehandelt wird“, so die Forscher. „Dringend notwendig ist zudem Freilandforschung zum Bestand gefährdeter Arten, um zum Schutz speziell der vom Wildfleischhandel betroffenen Regenwaldarten beizutragen. Ihre Populationen können nur durch Geländearbeit erfasst und ihre Gefährdung durch Befragungen von Jägern abgeschätzt werden“, so Waltert. r/jes

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