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Starck: „Unsere Akademie lebt vom Ansehen und Einsatz“

Jahresfeier der Akademie der Wissenschaften Starck: „Unsere Akademie lebt vom Ansehen und Einsatz“

Traditionell im November findet die jährliche Jahresfeier der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen statt. Grund hierfür ist der Geburtstag ihres Gründers der Akademie, König Georg II von Großbritannien, Kurfürst von Hannover, am 10. November 1683. Das Motto der 1751 gegründetet Akademie lautet „Fecundat et ornat – sie befruchtet und ziert“.

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Seit Jahrhunderten ein Ort der Wissenschaft: Campus der Universität Bologna.

Quelle: epd

Dazu passten die Worte von Akademie-Präsident Prof. Christian Starck bei der Feier in der Aula am Wilhelmsplatz: „Unsere Arbeit lebt vom wissenschaftlichen Ansehen unserer Mitglieder und ihrem persönlichen Einsatz für die Akademie.“ Starck gab in seinem Bericht einen Überblick über die umfangreiche Arbeit der Akademie und ihrer Mitglieder, etwa zahlreiche Forschungsprojekte und öffentliche Vorträge.
Kritisch äußerte sich Starck jedoch über die Befristung des eigentlich für weitere Jahre ausgelegten Forschungsprojektes „Europäische Jahrhundertwende“ auf 2009. Obwohl es von der Kommission als „geglücktes Projekt“ bezeichnet wurde, müsse es beendet werden, weil es nicht der Neuausrichtung entspreche, so Starck. Er ist der Meinung, dass diese Statuten nur auf neue Projekte angewendet werden sollten, nicht auf erfolgreich bestehende, da ansonsten „keine „Planungssicherheit gewährleistet ist“.
Dr. Josef Lange, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft, lobte in seinem Grußwort dann auch, dass die geforderten Neuerungen – etwa eine Digitalisierung der Forschungsergebnisse – so „zufriedenstellend“ umgesetzt worden seien. „Das ist ein Anlass für die Akademie, ihren Mitgliedern und Mitarbeitern zu danken.“
Forschung versus Universität
„Spreche ich von der Universität, dann spreche ich auch von mir selbst“ – Mit diesen Worten leitete im Anschluss der Historiker Prof. Frank Rexroth seinem Festvortrag mit dem Titel „Wie einmal zusammenwuchs, was nicht zusammengehörte – Ein Blick auf die Entstehung der europäisches Universität“ ein. Rexroth behandelte die Frage, ob eine Institution wie die Universität mit all ihren Reglements und Prüfungsordnungen nicht das wissenschaftliche Forschen verhindere. Diese These werde von einigen Historikern, wie dem Engländer Sir Richard William Southern, vertreten.
Innovative Forschung sei demnach mehr von Wissenschaftlern geleistet worden, die am Hof eines geistlichen oder weltlichen Fürsten lebten. Wenn man heutige Debatten über den „Ballast der Verwaltung“ an den Universitäten betrachte, merke man, wie aktuell dieses Thema immer noch sei, so Rexroth.
Anhand der unterschiedlichen Wissenschaftsauffassungen der im 11. Jahrhundert gegründeten ersten Universitäten Europas in Bologna und Paris widerlegt Rexroth jedoch diese Sichtweise. So seien zwar viele bedeutende Werke der Universitäten gleich während der ersten Jahre nach der Gründung entstanden, doch habe eine Institution wie die Universität ein interdisziplinäres Forschen erst möglich gemacht. „Kam man damals von Paris nach Bologna, musste man alles vergessen, was man bis dato gelernt hat, weil die Rechtswissenschaftler in Bologna nichts mit dem Wissenschaftsverständnis der Pariser Schulen, die auf den Freien Künsten beruhten, anfangen konnten und wollten“, sagt Rexroth. Erst als diese „lokalen Eigentraditionen ein Ganzes wurden, gewannen die Universitäten an globaler Bedeutung.

Von Corinna Berghahn

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