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Räumung droht

Studentenwerk: Streit um Mieterhöhungen eskaliert weiter Räumung droht

Der Streit zwischen dem Studentenwerk und einigen seiner Mieter um angekündigte Mieterhöhungen spitzt sich weiter zu. Die jüngsten Entwicklungen: Zwei Mietern im Wohnheim Goßlerstraße 17a wurde fristlos gekündigt, die Mieter der Humboldtallee 9 müssen ihre Wohnungen räumen, oder neue Verträge unterschreiben.

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Noch während der Pressekonferenz der Wohnrauminitiative am Montag ist die fristlose Kündigung für zwei Mieter in der Goslerstraße 17a eingegangen.

Quelle: FIL

Göttingen. Noch während der Pressekonferenz der Wohnrauminitiative am Montag ist die fristlose Kündigung für zwei Mieter in der Goslerstraße 17a eingegangen. „Damit signalisiert das Studentenwerk sein Vorgehen“, bewertet Felicitas Schlang, Mitglied der Wohnrauminitiative und Mieterin in der Goßlerstraße 17a, die neueste Entwicklung.

Sie und die anderen Mitglieder der Wohnrauminitiative sehen in der Kündigung eine weitere Eskalation seitens des Studentenwerks und fordern eine Rücknahme und erneute Verhandlungen. Wenige Stunden nach der Pressekonferenz erhielten auch die Mieter der Humboldtallee 9 ein Schreiben. Bis zum 18. April müssen sie ihre Wohnungen räumen, oder neue Verträge unterschreiben, denn die alten WG-Mietverträge (Gruppenwohnungsvertrag) sind am 31. März ausgelaufen. „Wir sind so verzweifelt, wie wir entschlossen sind“, kommentiert Mieter Hauke Oelschlägel die Neuigkeiten.

Streit schwelt seit 2016

Zuvor hatten die Vertreter der Wohnrauminitiative und der betroffenen Wohnheime ihre Sicht der Dinge zu dem seit 2016 schwelenden Streit zwischen dem Studentenwerk und einigen seiner Mieter über aus Sicht der Studierenden teils drastische Mieterhöhungen geschildert. Dabei sorgen vor allem die Einzelmietverträge für Unmut. Durch sie fühlen sich die Mieter dem Studentenwerk ausgeliefert. Um dem abzuhelfen, fordern die Studierenden Vereins- beziehungsweise Gruppenmietverträge. Die Ereignisse der vergangenen Monate hätten gezeigt, „dass wir uns gegen das Studentenwerk absichern müssen“, so Schlang.

Die Wohnrauminitiative kritisiert vor allem die Kommunikation des Studentenwerks weitestgehend über Anwälte. Zudem seien Informationen nur nach und nach geflossen. Vorschläge und Einwände der Wohnrauminitiative seien meist unbeantwortet geblieben. Erst vor einer Woche habe es wieder ein Treffen gegeben, bei dem Vertreter des Studentenwerks ihre Probleme in Bezug auf Vereinsmietverträge deutlich gemacht hätten. In einem weiteren Gespräch wollten die Mitglieder der Wohnrauminitiative darüber nun mit Vertretern des Studentenwerks sprechen und Lösungen vorlegen. Die Fristsetzung kam dem zuvor: „Offenbar will das Studentenwerk den Konflikt eskalieren“, sagt Hauke Oelschlägel.

Wohnrauminitiative offen für Verhandlungen

Bei ihrer Kritik an den Mieterhöhungen gehe es den Mitgliedern der Wohnrauminitiative nicht darum, möglichst günstig zu wohnen. Einige Mieter seien schlichtweg auf die niedrigen Mieten angewiesen, weil sie sich keine teureren Wohnungen leisten könnten, so Moritz Dietz von der Wohnrauminitiative. „Für diese Bewohner existiert Alternativlosigkeit“, verdeutlicht er die Situation.

Außerdem wolle die Wohnrauminitiative die Wohnform in Hausgemeinschaften wie zum Beispiel im Haus Humboldtallee 9 aufrecht erhalten. Diese prägten das Stadtbild und seien wichtiger Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens. Trotz der erneuten Zuspitzung der Lage stellt Oelschlägel klar: „Wir sind weiter offen für Verhandlungen“.

Das sagt das Studentenwerk

Göttingen. Mit einer Pressemitteilung reagierte das Studentenwerk seinerseits auf die Pressekonferenz der Wohnrauminitiative. Die Mieter des Hauses in der Humboldtallee 9 müssten neue Verträge unterzeichnen, weil die bisherigen ausgelaufen seien. Die sogenannten Gruppenwohnungsverträge, die dort bestünden, haben eine Dauer von acht Semestern, ausgerichtet am Erstbezug. Wer also erst zwei Semester in der WG wohnt, muss trotzdem einen neuen Mietvertrag mitunterschreiben, wenn der Vertrag der WG die Frist von acht Semestern erreicht.

In der Mitteilung zeigt sich das Stundentenwerk überrascht von der Forderung nach Kollektivmietverträgen. Diese seien nicht nötig, da das Wohnheim an der Humboldtallee bereits über ein hohes Maß an Autonomie verfüge. Kollektiv- oder Vereinsmietverträge schließt das Stundentenwerk deutlich aus. „Das Studentenwerk wird keine neuen Kollektivmietverträge abschließen”, so Prof. Hubert Merkel, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerks.

Den Unmut über die Mieterhöhungen könne er verstehen, doch seien sie nötig, um den gesamten Bestand des Studentenwerks fortlaufend sanieren und modernisieren zu können. Für das Haus Humboldtallee 9 belaufe sich die Mieterhöhung auf 30 Euro. Damit würden die Mieten dort bei einer genutzten Wohnfläche von 32,51 m² von 212 auf 242 Euro pro Platz und Monat steigen.

Auf Anfrage bestätigte Pressesprecherin Anett Reyer-Günther die Kündigungen in der Goßlerstraße 17a. Die betroffenen Mieter hätten keine Nachmieter für leer stehende Zimmer benannt, wie vertraglich vereinbart. Beim Studentenwerk hofft man derweil auf Einsicht: „Wir hoffen, dass die Mieter die Mietverträge unterschreiben, und wir nicht räumen müssen“, so Reyer-Günther.

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