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„Oft hapert es beim Berechnen im Internet“

BAföG „Oft hapert es beim Berechnen im Internet“

Eine Sozialerhebung des Studentenwerks Göttingen hat neue Zahlen zum Bundesausbildungsförderungs­gesetzes (BAföG) veröffentlicht. Demnach stellen 37 Prozent der Studierenden, die die Sozialleistung bekommen könnten, keinen Antrag.

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BAföG-Bezieher oder nicht? Für viele Studenten ist es unklar, ob sie Förderung bekommen.

Quelle: dpa

Göttingen. Das liege vor allem an der Verunsicherung durch Gerüchte, meint Steve Saleh, Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation des Studentenwerks. „Dabei spielen neben dem Gehalt der Eltern noch so viele andere Faktoren eine Rolle.“

BAföG, ein Gesetz, das die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten in Deutschland regelt, berücksichtige beispielsweise auch die Anzahl der Kinder der Familie des Antragstellers. Viele Studierende gehen jedoch vom Hörensagen davon aus keinen Anspruch zu haben. „Es ist natürlich schwierig abzuschätzen, wie viele Personen sich tatsächlich für BAföG interessieren oder einen Antrag stellen, besonders weil die Prozedur um die zwei Monate dauert“, sagt Saleh. Bei den neuen Erstsemestern habe er jedoch das Gefühl, dass großes Interesse am BAföG bestehe. Und tatsächlich: Die neu eingeschriebene Lehramtsstudentin Lena Schneide ist gerade dabei, es zu beantragen. „Mein Anspruch muss noch berechnet werden“, erzählt die 19-Jährige. Sie habe zwar bereits einen BAföG-Rechner aus dem Internet genutzt, jedoch sei ihr Vater selbstständig, was den Antrag schwierig gestalte.

Auch Saleh spricht keine Empfehlungen für BAföG-Rechner aus. Diese können zwar sehr genau sein, und auch auf der Internetseite des Studentenwerks gebe es einen Rechner. Die Eingabe sei jedoch nicht immer einfach und hapere bei vielen Fragen. Einige verunsicherte Studierende haben sich bereits im Studentenwerk erkundigt und oft habe der BAföG-Rechner ein falsches Ergebnis hervorgebracht. Saleh lege den Studierenden daher ans Herz, immer nachzuhaken, denn erst wenn der Antrag abgelehnt wurde, seien sie auf der sicheren Seite.

Die 22-jährige Magdalena Tschich geht mit gutem Beispiel voran: „Ich habe in den ersten Semestern BAföG beantragt, es nach nach zwei Absagen jedoch aufgegeben“, sagt die Jura- und Kulturanthropologie-Studentin. Auch Carmen Kockord ist sich sicher, keinen Anspruch zu haben: „Ich gehe davon aus, dass meine Eltern zuviel verdienen“, meint die 24-Jährige. Nachprüfen lassen habe die Sprachwissenschaft- und Englisch-Studentin es jedoch nicht.

Der BAföG-Antrag von Rahel Buchholz und einigen ihrer Kommilitonen wird momentan geprüft. Die 18-Jährige ist im neuen Studiengang Therapiewissenschaften des Gesundheitscampus Göttingen eingeschrieben und konzentriert sich dort auf den Zweig der Logopädie. „Das ist ein duales Studium. Wir bekommen allerdings kein Gehalt, müssen aber einen Semesterbeitrag leisten“, erzählt Buchholz. „Es wird sich erst in Zukunft entscheiden, ob wir einen Anspruch auf BAföG haben“.

Saleh gibt zu guter Letzt noch einen Hinweis: Am Mittwoch, 22. November, findet der elfte Studienfinanzierungstag im Foyer der Zentralmensa des Studentenwerks, Platz der Göttinger Sieben 4, in Kooperation mit der Universität Göttingen statt. Zwischen 11 und 15 Uhr können potenzielle BAföG-Anwärter sich dort informieren und beraten lassen.

Von Karolin Basten

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