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Studierende stimmen über Kulturtickets ab

Kultur-Flat nach Solidaritätsprinzip Studierende stimmen über Kulturtickets ab

Die Universität Göttingen wählt. Neben den Wahlen der Kollegialorgane und den studentischen Organen stehen vom Dienstag bis Donnerstag drei Urabstimmungen an. Eine davon soll über die Erhaltung des Kulturtickets entscheiden. Was halten Studierende von der Kultur-Flat nach Solidaritätsprinzip?

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Kunst und Kultur für Studierende: das Kulturticket.

Quelle: Schmidt

Göttingen. Bei einem positiven Ausgang der Kulturticket-Abstimmung haben alle Studierenden der Universität vergünstigten oder freien Eintritt bei Veranstaltungen verschiedenster kultureller Einrichtungen in Göttingen und Umgebung. Hierfür wird eine Gebühr von 8,55 Euro pro Student und Semester fällig, die mit den Studiengebühren zu zahlen ist.

Das hier greifende Solidaritätsprinzip empfinden nicht alle Betroffenen als gut umgesetzt. Der Forststudent Friedrich Schiebler (26) studiert zwar in Göttingen, wohnt aber in Kassel. „Ich sehe solche Zwangsbeiträge kritisch. Leute, die dieses Angebot nicht nutzen wollen, müssen trotzdem bezahlen. Die knappen zehn Euro für das Kulturticket fallen dabei aber nicht so sehr ins Gewicht, wie das viel teurere Bahnticket. Vielleicht könnte eine bessere Lösung gefunden werden.“ Ob er für oder gegen das Kulturticket stimmen wird, weiß der Forststudent noch nicht.

 „Dass es ein solches Angebot gibt, habe ich erst vor kurzem erfahren“,  sagt Felix Stegemüller. Der Medizinstudent hat sich deswegen auch noch keine Gedanken über seine Wahl gemacht. „Den Ansatz, den Studierenden die Möglichkeit zu einem kostengünstigen Kulturangebot zu bieten, finde ich gut“, fügt der 22-Jährige an.

Auch Anne Müller (21) hat den vergünstigten Eintritt noch nicht in Anspruch genommen. „Ich finde die Idee eigentlich ganz nett. Aber dennoch habe ich kein großes Interesse an dem Angebot. Außerdem habe ich gehört, dass es sich um Restkarten handeln soll“, so die Studentin der Volkswirtschaftslehre.

Konzept bemängelt

Tatsächlich bemängelte die Hochschulgruppe Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) im vergangenen Jahr das Konzept. Es wurde kritisiert, dass in manchen Einrichtungen nur Restkarten an der Abendkasse genutzt werden könnten. Dieser Einwand scheint zerstreut. Einerseits beklagt die ADF dies in diesem Jahr nicht mehr, sondern lediglich dass das Kulturticket nur ein bestimmtes Klientel anspreche.

Andererseits sagt Fabian Engel, Referent für Hochschulpolitik des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), dass die Zahlen der Nutzer des Kulturtickets bei allen Einrichtungen stark steigen. Er präsentiert genauere Zahlen: Im Oktober sollen 500 Studierende mit dem Ticket im Deutschen Theater und 245 im Nörgelbuff gewesen sein. Das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) sollen seit der Einführung des Tickets 252 Studierende, das Junge Theater in den ersten sechs Wochen 700 und das Exil im Schnitt 280 Leute pro Monat besucht haben.

Viele Studierende scheinen also gute Erfahrungen mit diesem Angebot gemacht zu haben. Wiebke Pätzold (23), Studentin der Psychologie, nutzt das Ticket: „Ich find’s gut und nehme am kulturellen Angebot teil, welches ich aus finanziellen Gründen sonst nicht genutzt hätte.“
Laura Antkowiak (20) ist noch nicht so erfahren mit dem Ticket. „Ich habe erst vor Kurzem von dem Ticket gehört und möchte es aber demnächst gebrauchen“, sagt die Studentin der Mathematik.

Tobias Wojcik vom Theater im OP (ThOP) findet das Kulturticket gut. Der ehemaligen Psychologiestudenten kann das Ticket zwar nicht mehr nutzen, aber er berichtet über die Erfahrungen im Theaterbetrieb: „Alle Veranstaltungen, die im ThOP mit dem Kulturticket besucht werden konnten, waren immer sehr gefüllt. Wir hatten sogar Telefonanrufe, bei denen wir gefragt wurden, ob bei der derzeitigen Aufführung das Ticket gelten würde. Als wir verneinen mussten, haben wir nur die Antwort bekommen, dass die Person dann nicht zu der Vorstellung kommen würde. Ohne das Ticket wären nicht alle Veranstaltungen im ThOP so voll gewesen“, ist Wojcik von der positiven Ticket-Wirkung überzeugt.

 
Von Theater bis Club - Leistungen des Tickets

Der Leistungsumfang des Kulturtickets, über das in diesen Tagen an der Georg-August-Universität abgestimmt wird, wird sich bei erneuter Annahme durch die Studierenden erweitern und modifizieren. Der Gesamtpreis soll von 7,60 Euro auf 8,55 Euro steigen. Als Gründe hierfür werden steigende Kosten einzelner teilnehmender Einrichtungen und die Erweiterung des Angebots angegeben. Nach aktuellen Verhandlungen soll es laut dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) kostenlosen Eintritt (Besonderheiten in Klammern) bei vielen Veranstaltungen der folgenden Einrichtungen geben:

  • Deutsches Theater Göttingen (Reservierungen drei Tage vor der Aufführung)
  • Theater im OP (außer bei Premieren)
  • Kommunikations- und Aktionszentrums Göttingen
  • Nörgelbuff (Montags- und Mittwochsveranstaltungen, sowie Improsant- und Jazzsession, plus eine Veranstaltung pro Monat nur für Kulturticketnutzer)
  • Exil (Tanzveranstaltungen am Sonnabend, Blues’n’Boogie Küche)
  • Stadt (Altes Rathaus und Stadtmuseum)
  • Apex (an Abendkasse, bei Eigenveranstaltungen)
  • Junges Theater (bei Vorreservierung und Restkarten an der Abendkasse)
  • Universitätssammlungen
  • Literarisches Zentrum
  • Verein Kunst
  • Künstlerhaus

Nach Angaben des AStA gibt es ermäßigten Eintritt bei Veranstaltungen folgender Einrichtungen: Göttinger Symphonie Orchester (Karten an der Abendkasse für ein Euro), Exil (zwei Euro Ermäßigung in Vorverkauf und an der Abendkasse für Konzerte), Musa (fünf Euro Ermäßigung auf Veranstaltungen, Vorreservierung möglich), Gandersheimer Domfestspiele (50 Prozent Ermäßigung, auch im Vorverkauf bei Kauf einen Tag vor der Aufführung).

asta.uni-goettingen.de

Von Friedrich Schmidt

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