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Tipps und Tricks vom Laufvogel Strauß

Science Festival Tipps und Tricks vom Laufvogel Strauß

Über den „Spitzenathlet im Federkleid“ berichtete am Mittwoch im Rahmen des Xlab Science Festival Dr. Nina Schaller, die als Wissenschaftlerin am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturkundemuseum in Frankfurt arbeitet.

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Liefern Konstrukteuren Tipps: Strauß-Herde auf einer Farm.

Quelle: dpa

Im Mittelpunkt stand dabei der Vogel Strauß aus Sicht der modernen Biomechanik. Denn wie es der Laufvogel schafft, so besonders schnell und gleichzeitig extrem ausdauernd zu sein, ist auch für Konstrukteure von Interesse.
„Die schnelle, ausdauernde Laufleistung ist absolut einzigartig und hat mich so am Strauß fasziniert“, erklärte Schaller. Unter den Laufvögeln sticht der afrikanische Strauß nämlich durch seine besondere Ausdauer heraus. Grund dafür ist sein über Millionen Jahre perfektionierter Bewegungsapparat. Den hat Schaller während ihrer Doktorarbeit genau untersucht und dabei verschiedene fachliche Perspektiven zusammengeführt.

Die Beine des Strauß entsprechen den Kriterien für ein optimales Pendel, bei dem das Pendelgewicht so nah wie möglich am Antrieb – hier am Hüftgelenk – angelagert ist. Das lange, von allem unnötigen Gewicht befreite Bein eines Strauß kann deswegen mit minimiertem Aufwand schwingen und ermöglicht große Schrittlängen genauso wie eine hohe Schrittfrequenz. Im Wortsinn bis in die Zehenspitzen ist das Bein hin auf diese Pendelbewegung eingestellt, was Schaller auch an einem Modell zeigen konnte.

Damit ist es aber noch nicht getan, denn der Strauß kann sich zusätzlich auf nach dem Hampelmann-Prinzip automatisierte Bewegungen und ein einrastendes Fersengelenk verlassen; beides Wege, um Energie zu sparen, die für die große Ausdauer benötigt wird. Und sogar bis in die Federspitzen reicht die Perfektion.

„Flügel können auch zu etwas anderem als zum Fliegen gut sein“, dachte sich Schaller. Sie fand sich bestätigt, denn durch seinen „gefiederten Bremsfallschirm“ können Strauße Haken schlagen, Bremsen oder Beschleunigen. Ihre Federn sind nicht nur antistatisch, was manchem von den fedrigen Staubwedeln bekannt sein dürfte, sie sind auch aerodynamisch und selbst bei hohen Windgeschwindigkeiten sehr stabil. Viele Tipps und Tricks also, die Konstrukteure nutzen können, um beispielsweise Robotern das Laufen zu erleichtern.

Festivalprogramm

Drei Vorträge bietet das Science Festival 2011 des Göttinger Experimentallabors für junge Leute, Xlab, am heutigen Donnerstag: „Parties, MP3-Player, Hörgeräte – Leistungen physikalischer Hörmodelle“ von Prof. Birger Kollmeier, Oldenburg, um 9.30 Uhr; „Was Einstein gern gesehen hätte: Visualisierung relativistischer Effekte“ von Prof. Hanns Ruder, Tübingen, um 11.30 Uhr; „Schnee von gestern? – Rekonstruktion von Umweltbedingungen aus polaren Eisschichten“ von Prof. Frank Wilhelms, Bremerhaven, um 14 Uhr. Sie sind zu hören in der Fakultät für Geowissenschaften und Geologie, Goldschmidtstraße 3, Hörsaal MN08.

Von Isabel Trzeciok

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