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UMG-Vorstand Kroemer kritisiert Krankenhausfinanzierung

Uniklinik Göttingen UMG-Vorstand Kroemer kritisiert Krankenhausfinanzierung

Oft müssen Krankenhaus-Patienten aufgrund ihrer schweren Erkrankungen oder Verletzungen in ein Universitätsklinikum verlegt werden oder von vornherein dort behandelt werden. Die Universitätskliniken haben mehr Fachärzte und -abteilungen. Sie sind größer als Krankenhäuser, weil sie als Medizinische Fakultäten Ärzte ausbilden und als Universitätseinrichtung auch Forschung betreiben.

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Herzoperation: Schwere Fälle werden meistens in einer der 32 Universitätskliniken versorgt.

Quelle: dpa

Göttingen. Mehr als 2000 Krankenhäusern stehen in Deutschland 32 Universitätskliniken gegenüber. Doch im Entgeltsystem für die Krankenversorgung (DRG-System) wird der Sonderstatus nicht berücksichtigt.

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Das hat zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Universitätskliniken geführt: In diesem Jahr rechnet der Verband der Universitätsklinika mit einem Defizit von 82,4 Millionen Euro. Damit haben sich die Verluste der defizitären Unikliniken mehr als verdoppelt.

In der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts hat Prof. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages und Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit zwei Kollegen für den Verein „Deutsche Hochschulmedizin“ einen Systemzuschlag für die Unikliniken gefordert.

Die Autoren legen in ihrem Positionspapier dar, warum immer mehr der 32 Universitätskliniken aufgrund des Kostensystems im Gesundheitswesen wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten. So könnten diese Fallzahlsteigerungen in profitablen Bereichen kaum verfolgen wie es immer mehr Krankenhäuser tun, die sich auf besonders lukrative Leistungen spezialisieren.

Hochschulambulanzen nur für Lehre und Forschung

Aufgabe der Universitätskliniken sei es, schwierige und komplizierte Fälle, meist mit aufwendiger Spezialdiagnostik, zu behandeln. Die nach dem Gesetz nur für Forschung und Lehre vorgesehenen Hochschulambulanzen seien in weiten Teilen Deutschlands immer mehr für die Sicherstellung der allgemeinen Ambulanzversorgung zuständig.

Viele Uni-Kliniken verfügen neben einer Unfallchirurgie inzwischen über Schlaganfallstation und Herzinfarktzentrum. Angebote, die nach Angaben der Autoren manche Krankenhäuser nicht vorhalten, weil sie kosten- und personalintensiv sind.  Weitere Aufgabe sei die Erprobung und Erstanwendung neuer medizinischer Produkten und Verfahren. Auch für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten sind die seit zwölf Jahren existierenden Fallpauschalen nicht ausreichend.

In dem Positionspapier sprechen sich die Autoren für einen Systemzuschlag aus wie er auch in Österreich, den Niederlanden oder einigen US-Bundesstaaten gezahlt wird. Als ein Beispiel nennen sie den US-Bundesstaat Kalifornien, wo 15 Prozent auf die normalen Krankenhausentgelte den Uni-Kliniken gezahlt werden. Das ergebe einen Mehraufwand von ungefähr einer Milliarde Euro pro Jahr für die 32 Universitätskliniken. Noch höher fallen die Kosten für die niederländische Zuschlagsregelung aus.

Auf Tageblatt-Anfrage betonte Kroemer, dass die wirtschafltiche Bilanz der Universitätsmedizin Göttingen in den vergangenen Jahren positiv war. „Aber auch wir spüren den Trend des zunehmenden Kostendrucks, denn der ist national angelegt und davon wird keine Universitätsmedizin verschont“, so Kroemer.

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