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Fotofallen für Wildkatzen

Universität an Bestandserfassung in Nordhessen beteiligt Fotofallen für Wildkatzen

Wildkatzen in der Fotofalle: In einem Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) soll die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden. Dabei kommt eine Methode zum Einsatz, die sich bereits bei anderen Tieren bewährt hat.

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Quelle: r

Göttingen. Denn bereits seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder Nordhessens. Seit 2014 setzen die Göttinger Forscher der Universität automatische Kameras ein, um den Bestand des Luchses in der Region zu überwachen. Bei diesen sogenannten Fotofallen handelt es sich um eine fernbediente Kamera, die unter anderem mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist, teilt die Universität Göttingen mit. Sobald der Sensor die Anwesenheit eines Tieres erkennt, wird ein Foto ausgelöst, ohne das Tier zu stören.

„Neben den Luchsen tappen natürlich auch viele andere Wildtiere in unsere Fotofallen, darunter erstaunlich viele Wildkatzen“, sagt Dr. Markus Port vom Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen. Anders als Luchse waren Wildkatzen in Deutschland nie vollkommen ausgestorben. Doch viele Jahre mussten sie auf der Roten Liste für Deutschland als „vom aussterben bedrohte Tierart“ geführt werden. Auch heute gilt der Bestand der Wildkatze in Deutschland noch immer als gefährdet, so die Universität.

Daher sollen 50 Fotofallen an 25 Standorten in Nordhessen nun bis Oktober 2017 den Bestand der Wildkatzen erfassen. Das nordhessische Gebiet, in dem die Untersuchung stattfinden soll, ist 30 Quadratkilometer groß. Das Bundesland Hessen sei dazu verpflichtet, den Bestand bedrohter Tierarten regelmäßig auf Stabilität zu kontrollieren, so Dr. Port.

Dabei komme eine Methode zum Einsatz, die die Göttinger Forscher bereits am Luchs ausgiebig erprobt hätten, sagt Dr. Port. „Ähnlich wie Luchse können auch Wildkatzen anhand ihrer Fellmuster individuell voneinander unterschieden werden“, ergänzt Lynne Werner vom BUND, welche die Untersuchungen durchführt. Sobald die Tiere unterschieden werden können, könne man sie zählen und so ihren Bestand schätzen, sagt Werner.

Effektive Vorgehen zum Schutz der Tiere haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die Wildkatzen neue Lebensräume suchen. Jan Stetter, Leiter des Forstamts Melsungen, auf dessen Fläche die Untersuchung laufen soll, freut sich über eine gesunde Wildkatzen-Population in Nordhessen: „Auf allen Waldflächen, die wir betreuen, haben wir auch den Naturschutz im Blick. Dadurch entstehen viele Lebensräume und Biotope, die es ohne zielgerichtete Waldpflege so nicht geben würde.“ Dass sich die Wildkatze in den nordhessischen Wäldern wohlfühle, zeige, dass der integrative Naturschutz des Forstamtes Melsungen ein wichtiges und erfolgreiches Instrument für den Schutz bedrohter Tierarten sei, sagt Stetter.

Mit seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ hat sich der BUND das Ziel gesetzt, bestehende Wildkatzen-Lebensräume miteinander zu verbinden, so die Universität Göttingen. Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren für den Schutz der Wildkatze ein. Die Wildkatzen-Studie wird finanziell durch die Heinz-Sielmann-Stiftung sowie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie unterstützt.

Von Kimberly Fiebig

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