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Universitätsmedizin Göttingen bundesweite Spitzenposition bei Traumazentren

Rund um die Uhr besetzt Universitätsmedizin Göttingen bundesweite Spitzenposition bei Traumazentren

In Deutschland gibt es bei Unfällen jährlich 38 000 Schwerstverletzte, davon sterben rund 3000 Patienten. Um die Unfallopfer noch besser versorgen zu können und die Sterberate zu senken, wurde das TraumaNetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gegründet.

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Vor dem neuen Computertomographen: Prof. Klaus Michael Stürmer und Dr. Christopher Spering (v.l.).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. 860 Krankenhäuser gehören zu diesem Netzwerk. Ein überregionales Traumazentrum ist die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), es verbindet 24 lokale Zentren in vier Bundesländern.

Im Universitätsklinikum werden pro Jahr etwa 800 schwerstverletzte Patienten behandelt, darunter 300 schwerstverletzte Patienten mit lebensbedrohlichen Verletzungen. Damit versorgt das Zentrum innerhalb der im bundesweiten Traumaregister gemeldeten Unfallkrankenhäuser die meisten Patienten.

„Kein Traumazentrum liegt vor uns“, so Prof. Klaus-Michael Stürmer, Direktor der Unfallchirurgie und Orthopädie. Im Jahr 2012 wurden 301 Patienten und im Jahr 2013 hochgerechnet etwa 340 lebensbedrohlich schwerstverletzte Patienten behandelt. 

Im Schock-OP der Zentralen Chirurgischen Notaufnahme können vier Patienten zeitgleich behandelt werden.  Für die Traumazentren gibt es Vorschriften über die personelle Ausstattung und den Schockraum, erklären Prof. Stürmer und Assistenzarzt Dr. Christopher Spering. „Fachärzte müssen 24 Stunden am Tag erreichbar sein“, so Stürmer.

Kurze Wege

Dies sind am häufigsten die Anästhesie und Intensivmedizin, die Neurochirurgie, die Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, die Thorax-Herz-Gefäß- und die Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie sowie die Diagnostische Radiologie.

Ein Basisteam für den Schockraum ist immer anwesend. Je nach Verletzung der Patienten muss das ärztliche Team durch Vertreter weitere Fachdisziplinen erweiterbar sein. „Alle Mitglieder des Teams im Schockraum haben ein spezielle Schulung durchlaufen, genannt Advanced Trauma Life Support (ATLS)“, erklärt Spering.

Ein Vorteil im Klinikum seien neben der guten Erreichbarkeit der Fachdisziplinen die kurzen Wege. Ein neuer Computertomograph befindet sich direkt neben dem Schockraum.

Ein wichtiger Faktor in der optimalen Versorgung der Patienten sei auch das sogenannte Traumahandy, mit dem der Arzt auf dem Notarztwagen das Klinikum schon im Voraus informieren kann über Art und Schwere der Verletzungen. Die Verletzungsschwere der Patienten wird anhand der internationalen Skala Injury Severity Score  (ISS) gemessen.

Kleinere Zentren unterstützen

„Faktoren wie Vorerkrankungen oder Alter der Patienten gehen hier nicht ein“, erklärt Spering.

Diese Vitalparameter fließen in den RISC-Score mit ein, der dann das Risiko zu versterben beziffert. Der RISC-Score lag 2012 in der UMG bei 18,3 Prozent. Erfreulicherweise seien aber nur 12,8 Prozent der Patienten verstorben. „Auch hier liegt die UMG im bundesweiten Vergleich ganz vorn“, so Stürmer.

Damit das Risiko überall in Deutschland sinkt, wolle man möglichst viele Krankenhäuser  mit in das Netzwerk holen, erklärt Spering. Auch müssten kleinere Zentren unterstützt werden, die in der Regel die primäre Stabilisierung übernehmen. Hier gebe es oft räumliche Probleme.

Von Christiane Böhm

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