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Universitätsmedizin eröffnet neues Krebszentrum

Chancen auf Heilung erhöhen Universitätsmedizin eröffnet neues Krebszentrum

Um die verschiedenen Krebs-Erkrankungen zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln, müssen viele Mediziner frühzeitig zusammenarbeiten. „Es gibt nicht den Krebsarzt“, betont denn auch Prof. Lorenz Trümper. Er ist Direktor des neuen Krebszentrums an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Am Donnerstag, 24. Februar, wurde das Universitäts-Krebszentrum Göttingen mit einem Festakt im Klinikum feierlich eröffnet.

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Teil des neuen Krebszentrums: In der Interdisziplinären Kurzzeitonkologie sind Oberärztin Dr. Karin Hohloch (Mitte) und Schwester Margit Klingebiel im Gespräch mit einer Patientin.

Quelle: Hinzmann

„Krebs ist und bleibt eine bedrohliche Volkskrankheit“, betonte Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Johanna Wanka (CDU). Deshalb sei es wichtig, die Krebsforschung weiter voranzutreiben und Zugang zu mehr Informationen zu erlangen.

Die Ärzte im Klinikum arbeiten bereits seit einigen Jahren mit Krankenhäusern und niedergelassenen Fachärzten in der Region über das Bundesland Niedersachsen hinaus zusammen, um Patienten optimal zu versorgen. „Wir organisieren die Therapie, wir entscheiden über die Therapie und sie erfolgt dann möglichst wohnortnah“, erklärt Prof. Heinz Becker, Direktor der UMG-Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie, das Verfahren. Dabei stelle das interdisziplinäre Konzept sicher, dass die Patienten umfassend von verschiedenen Spezialisten behandelt werden, erläutert Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie. „Dazu besprechen wir die Erkrankungen der Patienten regelmäßig in gemeinsamen Fallkonferenzen und legen die Behandlungsstrategien auf der Grundlage aktueller Ergebnisse aus klinischen Studien und den neuesten Leitlinien und Empfehlungen fest.“

Dieser höhere Aufwand in der Krankenversorgung schlägt sich bisher nicht in der Kostenerstattung über die Fallpauschalen nieder. Das Krebszentrum werde zwar aus Mitteln des UMG und vom Land Niedersachsen unterstützt, erklärte Trümper, aber es gebe für die besondere universitäre Krankenversorgung im Abrechnungssystem keine Zuschläge. Bisher seien auch Mittel ans Zentrum gegangen, die als Drittmittel für die Onkologie eingeworben werden konnten, so Becker. Dazu gehörten klinische Studien, die vom Bundesforschungsministerium oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurden. Becker hofft, dass die Deutsche Krebshilfe im nächsten Jahr das Krebszentrum unterstützt. Auch Wissenschaftsministerin Wanka ist zuversichtlich: „Durch die Gründung des Zentrums erhöhen sich die Chancen einer weiteren Förderung durch Institutionen.“

Dass die Universitätsmedizin Göttingen mit der Gründung des Krebszentrums auf einem guten Weg ist, bescheinigte auch Prof. Harald zur Hausen. Der Heidelberger Krebsforscher, der im Jahr 2008 für die Entdeckung eines Impfstoffes gegen Gebärmutterhalskrebs den Nobelpreis erhielt, verwies auf die USA, wo es 40 Krebszentren gebe. „Dort haben sich die Behandlungsergebnisse verbessert. Das ist auch in Deutschland zu erwarten.“ Hier, so zu Hausen, habe es Nachholbedarf an Einrichtungen dieser Art gegeben. Trümper berichtete, dass in Deutschland 20 Krebszentren geplant sind.

Die Einrichtung der Zentren sei vor dem Hintergrund der Zunahme von Krebserkrankungen notwendig, so UMG-Vorstandssprecher und Dekan Prof. Cornelius Frömmel. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 450     000 Menschen neu an Krebs.
„Aber auch die Möglichkeiten zur Behandlung dieser bösartigen Erkrankungen nehmen stetig zu. Um den Patienten bestmöglich zu helfen, haben wir entsprechend den weltweiten Erfahrungen das Universitäts-Krebszentrum ins Leben gerufen“, so Frömmel. Die Gründung des Göttingen Comprehensive Cancer Center (G-CCC) ist für den Klinikchef „ein weiterer wichtiger Meilenstein für eine personalisierte Medizin in der Krebstherapie“. Dabei stehe der Transfer klinischer Forschung in die klinische Praxis im Mittelpunkt.

Aufgaben und Ziele des Krebszentrums

Das Universitäts-Krebszentrum übernimmt verschiedene Aufgaben bei der Behandlung von Krebspatienten in den Bereichen Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Dazu gehören:
• Angebot einer Zweitmeinung für Patienten und Ärzte,
• Konsiliardienste für Arztkollegen in der Universitätsmedizin Göttingen,
• Einrichtung interdisziplinärer Tumorkonferenzen: Fachkollegen aus den beteiligten Abteilungen aus Diagnostik und Therapie legen für jeden Patienten die bestmögliche Behandlung fest,
• Gründung von Organ-Tumorzentren für verschiedene Krebsarten,
• Patienten-Lotsen für die an Krebs erkrankten Patienten als Ansprechpartner vom Eintritt bis zum Verlassen der Klinik und danach weiterhin Betreuung bei der Nachsorge,
• Kontrolle der Behandlungsergebnisse.

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