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Wasserstress für Gräser und Klee

Agrarwissenschaften Wasserstress für Gräser und Klee

Dauergrünland bildet die Basis für die Milchviehhaltung in Niedersachsen. Durch den Klimawandel, so prognostizieren Experten, könnte es auch in Niedersachsen künftig lange Trockenheitsperioden geben.

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Bewirken kontrollierten Trockenstress: Foliendächer über der Versuchspflanzung in Reinshof.

Quelle: Hinzmann

In einem fünfjährigen Forschungsprojekt untersuchen Wissenschaftler der Agrarwissenschaften der Göttinger Universität, wie sich die Graslandwirtschaft darauf einstellen kann. In der Versuchspflanzung auf dem Versuchsgut Reinshof werden verschiedene Kleearten (Leguminosen) und Zusammensetzungen der Grasnarbe Trockenstress ausgesetzt. Das Projekt ist ein Teilprojekt von KLIFF-Klimawandelfolgenforschung in Niedersachsen.

„Wir testen hier sechs Kleearten, jeweils in Monokultur und in verschiedenen Zusammensetzungen“, erklärt Kai Küchenmeister vom Institut für Graslandwissenschaft, der als Doktorand zusammen mit seinem Bruder Frank unter der Leitung von Dr. Nicole Wrage im Projekt arbeitet. Die Flächen werden zeitweise durch Foliendächer, deren Metallkonstruktionen Teams der Göttinger Werkstätten hergestellt haben, kontrolliertem Trockenstress ausgesetzt. Dreimal im Jahr wird geerntet und das Schnittgut dann auf Ertragsleistung, Stickstofffixierung und wichtige Merkmale der Futterqualität erfasst.

Leguminosen sind interessant für die Graslandwirtschaft. Sie nehmen Stickstoff aus der Luft auf und machen ihn auch für andere Pflanzen verfügbar. Damit seien sie von grundsätzlicher Bedeutung für die Produktivität von Grasnarben, vor allem bei weiter steigenden Preisen für Stickstoffdünger, so Küchenmeister.

Bisher werde auf deutschem Weideland meist Weißklee angebaut. Der aber brauche viel Wasser. Das Projekt soll zeigen, ob andere Leguminosen bei Trockenheit besser geeignet sind.

In einem zweiten Bereich der Versuchspflanzung wird getestet, inwieweit Grasnarben unterschiedlicher pflanzlicher Zusammensetzung (Diversität) sich in ihrer Produktivität und Futterqualität unter Trockenstressbedingungen unterscheiden. „Wir nehmen an“, so Frank Küchenmeister, „dass die diversen Grünlandbestände weniger durch Wasserstress beeinflusst werden und damit eine höhere Produktivität haben werden.“

In Reinshof wurden dafür auf einer Fläche, die schon lange ökologisch bewirtschaftet wird, Versuchsflächen abgeteilt. „Wir haben hier nichts neu eingesät, sondern das vorhandene Grünland eingeteilt“, so Küchenmeister. Zwei Diversitätsstufen (relativ artenreich, relativ artenarm), zwei Düngestufen (mit und ohne Stickstoffdüngung) und zwei Wasserstressstufen (mit und ohne zeitweise Überdachung) werden überprüft. Boden-, Vegetations- und Klimadaten sowie Grasnarbenstruktur, Ertragsbildung, Inhaltsstoffe und stabilisotopische Signaturen als Indikatoren für Wassernutzung werden erfasst.

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