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Wissenschaftler wollen auf dem Mars Tomaten anbauen

Weltraumingenieur Paul Zabel Wissenschaftler wollen auf dem Mars Tomaten anbauen

Der Standort ist abgelegen. Auf engstem Raum lebt von Dezember an eine zehnköpfige Crew in der Anarktis zusammen. Sie bauen dort Salat, Tomaten und Basilikum an. „Wir wollen zeigen, dass Pflanzenzucht theoretisch auch im Weltall möglich ist“, berichtete Ingenieur Paul Zabel beim Science Festival in Göttingen.

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„Wir wollen zeigen, dass Pflanzenzucht theoretisch auch im Weltall möglich ist“, berichtet Ingenieur Paul Zabel beim Science Festival in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Draußen sinken die Temperaturen auf minus 50 Grad Celsius. Stürme toben. Es fällt viel Schnee“, erzählte Zabel 240 Schülern bei der Veranstaltung, die das Experimentierlabor für junge Leute (Xlab) ausrichtete. Ein Versorgungschiff komme einmal im Jahr vorbei. Ganz auf sich gestellt seien sie. Die Bedingungen ähnelten denen, die auf einer Raumstation herrschten. Gelinge das Experiment in der Antarktis ließen sich weitere Großversuche im Weltraum machen.

„Seit den 70er-Jahren hat es mehr als 50 kleine Experimente mit Pflanzenanbau im All gegeben“, führte der Ingenieur aus. Frische Lebensmittel könnten die Pasten und Pulver ergänzen, von denen sich Raumfahrer bisher ernährten. Pflanzen könnten zudem das Kohlendioxid, das der Mensch ausatme, wieder in Sauerstoff umwandeln. Schwieriger sei es, den Kot der Astronauten zu Pflanzendünger zu kompostieren.

„Pflanzen tragen viel zu einer angenehmen Atmosphäre bei“, führte Zabel aus. Raumstationen seien mit Technik vollgestopft. Bisherige Experimente hätten gezeigt, wie stark Astronauten auf Pflanzen reagierten. Einige hätten ihnen die Namen ihrer Kinder gegeben und angefangen, mit ihnen zu sprechen. Manche hätten sich geweigert, die Pflanzen etwa zur Bestimmung der Biomasse zu zerstören. Andere hätten angebaute Zwiebeln gegessen, statt sie zu analysieren.

Auf Frage einer Schülerin räumte der Ingenieur ein, zuhause kein Glück mit Pflanzen zu haben. Sie würden ihm immer eingehen. In der Station in der Antarktis gebe es jedoch viel Technik, die ihm helfen würde. Sensoren überwachten die Pflanzen. Zudem habe er in niederländischen Gewächshäusern Praktika absolviert.

„Wir bauen die Pflanzen auf elf Quadratmetern an“, sagte Zabel. Sie würden keine Erde verwenden, da diese zu viele Baktereien, Viren und Pilze enthielte. Stattdessen besprühten sie die freiliegenden Wurzeln mit Nährlösung. LED-Lampen sorgten für rotes und blaues Licht, das für das Wachstum ideal sei. Weil der Stromverbrauch für die beiden Container der Forschungsmission dem von zwei Einfamilienhäusern entspreche, müsse die Station trotz der eisigen Kälte draußen sogar gekühlt werden.

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