Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Wissenschaftsministerin besucht Universität

Projekte zur nachhaltigen Agrarproduktion Wissenschaftsministerin besucht Universität

Drei Projekte der Universität Göttingen zum Thema „Nachhaltige Agrarproduktion“ sollen von der Landesregierung gefördert werden. Dazu hat Gabriele Heinen-Kljajić, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, den Göttinger Agrarwissenschaftlern einen Besuch abgestattet.

Voriger Artikel
Afrikaner und Asiaten suchen Alternativen
Nächster Artikel
Nicht nur schneller, fitter, besser

Die Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, besucht das Sensoriklabir der Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die erste Station auf der Tour der Ministerin war das Universitäts-Versuchsgut Relliehausen in Dassel. Hinter dem Projekttitel „Sustainable Trout Aquaculture Intensification“ verbirgt sich das Vorhaben, die genetische Variabilität von Forellen für die Anpassungsfähigkeit an innovative pflanzliche Futtermittel zu nutzen, um eine tier- und umweltgerechte Aquakultur zu schaffen. „Weltweit größtenteils nicht nachhaltig bewirtschaftete Fischbestände sind die Folge einer fischmehlintensiven Fütterung“, führte Dr. Stephan Wessels in die Thematik ein. Genetische Anpassungen an neue Umweltbedingungen seien ein Schlüssel in der Evolution von Fischpopulationen und von großem Interesse in der Aquakultur, erläuterte Wessels.

„Porree“ ist das Akronym für das Projekt von Prof. Henner Simianer (Potentiale der nachhaltigen Nutzung regionaler Rassen und einheimischer Eiweißfuttermittel in der Geflügelproduktion). „Es wird erforscht, in welchem Umfang regional produzierte Ackerbohnen bei der Hühnerfütterung bisher verwendete Soja-Proteine ersetzen können“, erläuterte Simianer. Prof. Elke Pawelzik stellte schließlich das Forschungsprojekt zur Züchtung von Qualitätstomaten für den nachhaltigen regionalen Anbau vor.

Die Ansprüche der Verbraucher hätten sich in den vergangenen Jahren verändert, daran müsse sich auch die Agrarwirtschaft anpassen, ergänzte Bernhard Brümmer, Professor für Landwirtschaftliche Marktlehre an der Uni Göttingen. Eine Tomate müsse auch gut aussehen und ein süßliches Aroma haben, und das Wohl der Tiere stehe beim Verbraucher ebenso hoch im Kurs wie die Qualität der Produkte. Wie weit durch veränderte Züchtungen oder Fütterung von Tieren das Aussehen, der Geruch und Geschmack von Lebensmitteln beeinflusst würden, wird im Sensoriklabor der agrarwissenschaftlichen Fakultät untersucht. Hier nahm Heinen-Kljajić an Tests zur Qualität von Tomaten und Hühnerfleisch teil. „Viele Menschen nehmen so feine Qualitäts-Unterschiede gar nicht wahr. Daher müssen wir regelmäßig kostenintensive Schulungen für Testpersonen durchführen“, sagte Simianer. Und auch die EU-Regelungen machten Forschung teuer. „Wenn wir ein paar wenige Tiere zu Forschungszwecken schlachten, müssen wir dennoch die gleichen Auflagen erfüllen wie ein gewerblicher Großschlachthof“, erklärte Simianer.

„Wir stärken die landesweiten Forschungsaktivitäten für eine moderne, innovative und nachhaltige Agrarproduktion. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Agrarwende", sagte Heinen-Kljajić. „Mit 13 eingereichten Verbundanträgen hat unsere Ausschreibung eine große Resonanz erzielt. Dies zeigt, dass die niedersächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen dieses gesellschaftlich relevante Thema aufgreifen und bearbeiten", so die Ministerin. Die Ausschreibung habe zum Ziel, die landesweiten Forschungsaktivitäten im Agrarbereich stärker zu vernetzen und - mit Blick auf die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie - neue Forschungsansätze in der Pflanzen- und Tierzüchtung zu verfolgen, insbesondere auch im Ökologischen Landbau.

Von den Fördermitteln sollen 660000 Euro für das Porree-Projekt verwendet werden und jeweils 700000 Euro für die Forschungen zur Tomatenentwicklung und Aquakultur. Neben den Göttinger Forschungsprojekten sind auch die Entwicklung ökologisch gezüchteter Obstsorten der Uni Oldenburg und die Züchtung von besonders widerstandsfähigen Gewächshausgurken für den ökologischen Anbau (Julius Kühn-Institut, Oldendorfer Saatzucht) mit in die Förderung aufgenommen worden. In den Jahren 2017 bis 2019 erhalten die fünf Forschungsverbünde zum Thema „Nachhaltige Agrarproduktion“ insgesamt drei Millionen Euro aus dem Vorab der Volkswagen Stiftung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Claudia Nachtwey

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus