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Wohin mit dem Müll?

Problem im Weltall Wohin mit dem Müll?

Mit Sputnik als erstem Erdsatelliten wurde 1955 Raumfahrtgeschichte geschrieben. Sputnik ist als Weltraumschrott noch unterwegs mit inzwischen immer mehr Weltraummüll. Der Schrott ist in den unendlichen Tiefen des Weltalls ein Problem und noch mehr in der Erdumlaufbahn.

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Wolke aus Weltraummüll: Künstlerisch, aber nicht maßstabsgetreu ist diese Darstellung.

Quelle: esa/esoc

Das hat am 1. November das kurzfristig erforderliche Verlassen der Flughöhe der internationalen Weltraumstation ISS gezeigt: Die Crew musste einem ausgedienten US-Satelliten Iridium-33 ausweichen. Es gelang,weil der Düsenantrieb eines russischen Frachters genutzt werden konnte.
Die ISS bewegt sich derzeit in 405 bis 429 Kilometer Höhe um die Erde. Die Raumstation muss immer wieder Trümmern aufgegebener Satelliten ausweichen – auch in diesem Jahr gab es bereits mehrere Manöver. Tausende Splitter mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern rasen mit Geschwindigkeiten von bis zu 28    000 Kilometern pro Stunde durch den Weltraum.

Zumindest der Kurs von ausgedienten Satelliten ist vorhersehbar, weil die USA ein Weltraum-Überwachungssystem betreiben, mit dem derzeit 16     000 Objekte rund um die Uhr auf ihrer Erdumlaufbahn beobachtet werden, davon sind jedoch nur 950 noch aktive Satelliten. Mehr als 2500 ausgediente Satelliten, fast 2000 Raketenoberstufen, 1000 „Abfallteile“ wie Schutzschilde und dergleichen sowie mehr als 9000 Trümmerteile, die bei etwa 250 Explosionen entstanden sind, kreisen ebenfalls über unseren Köpfen, teilt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit.

Ein Kenner des Müllproblems im Weltall ist Dr. Rüdiger Jehn vom European Space Operations Center (ESOC) in Darmstadt. Er berichtet, wie häufig Satelliten nun Ausweichmanöver fliegen müssen, um gefährliche Zusammenstöße zu vermeiden. Im Februar 2009 war es dann auch so weit: ein russischer Kosmos-Satellit und ein amerikanischer Iridium-Satellit kollidierten mit hoher Geschwindigkeit im All.

1300 Trümmerteile von mehr als zehn Zentimeter Größe wurden beobachtet. Es ist zu befürchten, dass eine Kettenreaktion einsetzt und weitere Kollisionen folgen werden. Dieses Szenarium wird unter Fachleuten als „Kesslersyndrom“ bezeichnet. Um es nicht so weit kommen zu lassen, sind Lösungsansätze gefragt. Welche Gegenmaßnahmen auf internationaler Ebene diskutiert und umgesetzt werden, stellt Jehn in seinem Vortrag „Wer räumt den Weltraummüll weg?“ dar, den er am Freitag, 23. November, um 19 Uhr im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, Max-Planck-Straße 2, hält.

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