Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Zwei Milliarden Messwerte pro Sekunde

Neuartige DLR-Anlage Zwei Milliarden Messwerte pro Sekunde

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen hat eine neuartige Anlage für die Messung hochkomplexer Experimente in der Luftfahrtforschung in Betrieb genommen. Damit können erstmals Messungen in einem Flugzeug und am Boden vollkommen synchron erfolgen, was neue Erkenntnisse beispielsweise über die Entstehung von Lärm ermöglicht.

Voriger Artikel
Fakultät eröffnet „Jahr der Chemie“
Nächster Artikel
Autonomie als Markenzeichen des Neubeginns

Windkanalmessung: Wissenschaftler begutachten die Aufzeichnungen im Leitstand.

Quelle: DLR

Die 1,4 Millionen Euro teure Anlage „Amis III“ (Anlage zur Messung instationärer Signale) kann mit ihren 1024 Messkanälen zwei Milliarden Messwerte pro Sekunde aufnehmen – dabei fallen pro Sekunde 780 Megabyte Daten an. „Sie wird schneller sein, damit die großen zu erfassenden Datenmengen nicht die Versuchsdauer verlängern und damit die Kosten erhöhen. Und sie soll genauer sein, um die Qualität der Messdaten weiter steigern zu können“, sagt Holger Mai vom DLR-Institut für Aeroelastik in Göttingen.

Die Erfassung solcher Datenmengen ist zum Beispiel bei sogenannten Standschwingungsversuchen an Großflugzeugen und für hochgenaue Windkanalmessungen wichtig. Ähnlich einer Fahne im Wind bewegt sich ein Flugzeugflügel in der Luft. Solche Wechselwirkungen zwischen elastischen Strukturen (Flügel) und Umströmung (Luft) sind Untersuchungsgebiet der Wissenschaft der Aeroelastik. Für die Untersuchungen werden zum Beispiel Kräfte, Drücke oder Beschleunigungen gemessen.

Die neue Anlage hat mehrere Vorteile: Durch kürzere Aufbau- und Messzeiten ist der Einsatz in Windkanälen, deren Nutzung hohe Kosten verursacht, und im Flugversuch möglich. Amis kann auch in mehrere kleinere Einheiten zerlegt und so flexibel eingesetzt werden. Zudem ermöglicht sie völlig neue Einsatzmöglichkeiten: Da verschiedene Anlagenteile über größere Distanzen hinweg voll-synchron Daten erfassen können, kann ein Teil der Anlage in einem Flugzeug fliegen und Schwingungsdaten aufnehmen, während zur selben Zeit der andere Teil am Boden den Schall misst, den die Schwingungen verursachen. Aber auch Messungen an zwei aneinander vorbeifahrenden Zügen oder bei Eiunfahrten von Zügen in Tunneln sind damit messtechnisch denkbar.

(eb)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus