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Zwei Millionen Euro für Wissenschaftler

Göttinger Sehforscher Zwei Millionen Euro für Wissenschaftler

Etwa eine Millionen Menschen weltweit drohen innerhalb von einigen Jahren vollständig zu erblinden, weil ihre Lichtrezeptoren im Auge aus genetisch bedingten Ursachen absterben. Für seine Forschungen darüber ein Göttinger Forscher jetzt zwei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat.

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Göttinger Forscher Gollisch bekommt für seine Augenforschung zwei Millionen Euro vom EU-Forschungsrat.

Quelle: sehtestbilder.de

Göttingen. Die Fördersumme in Höhe von zwei Millionen Euro, verteilt über mehrere Jahre, geht an Prof. Tim Gollisch, Neurowissenschaftler der Göttinger Universität.

Mit seinem Consolidator Grant stellt der European Research Council (ERC) zwei Millionen Euro für die Göttinger Forschungen zur Erforschung der Sehprozesse in den Nervenzellen des Auges bereit. Gollisch, Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Retinafor-schung an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsklinik Göttingen, erhält die Förderung für das Forschungsvorhaben „CODE4Vision“, das am 1. Juni beginnt.

Tim Gollisch

Quelle: r

Nervenzellen im Auge sind die Grundlage unseres Sehsinns. Ziel des geförderten Forschungsvorhabens ist, die Verschaltungen der Nervenzellen im Auge und ihre Funktionsweise im Sehprozess besser zu verstehen. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, bei krankheitsbedingtem Absterben der Lichtrezeptoren im Auge ein Teil des Sehvermögens durch künstliche Anregung der Nervenzellen wiederherzustellen, erklärt das Universitätsklinikum.
Die Forscher um Gollisch setzen hochaktuelle Elektrodensysteme ein. Sie erlauben es, die Signale von tausenden Nervenzellen gleichzeitig zu messen. Die gewonnenen Daten fließen in Computermodelle ein, mit denen sich untersuchen lässt, wie die Nervenzellen im Auge unterschiedliche Lichtreize auf-nehmen, diese verarbeiten und für die Weiterleitung an das Gehirn „kodieren“. „Wenn diese grundlegenden Prozesse im Sehsystem besser verstanden sind“, erklärt Gollisch, „lassen sie sich durch künstliche Anregung der Nervenzellen nachahmen. Das ist das Ziel unserer Forschung.“

Die Klinikumsleitung zeigt sich sehr erfreut über die Entscheidung des Europäischen Forschungsrats.„Die Förderung mit einem ERC-Grant ist immer etwas Außergewöhnliches“, erklärt Prof. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes und Vorstand Forschung und Lehre des Uni-Klinikums. Das Forschungsvorhaben von Prof. Gollisch ist eines von 312 Projekten, die das ERC zur Forschungsförderung aus 2304 eingereichten Projektanträgen internationaler Wissenschaftler aller Fachdisziplinen ausgewählt hat Im Fachbereich Neurowissenschaften und neuronale Erkrankungen, dem auch das Gollisch-Projekt zugeordnet ist, wurden europaweit 13 Projekte zur Förderung zugelassen.
 

Maus-Forschung

Blinde Mäuse sehend machen

Um in Fällen von drohender Erblindung durch absterbende Nervenzellen zumindest einen Teil der Sehfähigkeit wiederherstellen zu können, werden derzeit Therapieverfahren entwickelt. Eine Idee ist, die verbleibenden Nervenzellen im Auge künstlich anzuregen. Dies könnte beispielsweise durch feine Elektrodengitter oder durch das Einschleusen lichtsensitiver Moleküle geschehen, die dann bei Bestrahlung mit Licht die Nervenzellen aktivieren, sagt Prof. Gollisch. „Doch erst wenn die natürliche Aktivität der Nervenzellen ausreichend verstanden ist und mittels der künstlichen Stimulierung nachgestellt werden kann, können derartige Sehprothesen zu natürlichen Seherfahrungen führen.“ Daran wird Gollisch im „CODE4Vision“-Projekt arbeiten und dazu die entwickelten Modelle auch an Nervenzellen von ursprünglich blinden Mäusen testen.

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